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HARVARD UNIVERSITY

LIBRARY

MUSEUM OF COMPARATIVE ZOÖLOGY

Pie botanische, zoologische und chemische Abtheilung des zweiten Bandes des Archives für die Landesdurchforschung von Böhmen ist bereits längerer Zeit im Drucke vollendet, während die beiden ersten Abtheilungen, nämlich die topographische und die geologische, obwohl im Texte ebenfalls nahezu fertig gedruckt doch durch die grosse Zahl der beigegebenen Karten, dann anderer' artistischen Beilagen in ihrer typographischen Vollendung noch bis T ^Zl'\ ^""^^^^^^^^^ '^'^- Ausserdem würde die Vereinigung f!Z "t^^^f ^^°?,^^ i^ '^^'^ Bande, wie dies beim ersten Bande geschah, denselben allzu voluminös und unhandlich machen, da derselbe dann an 100 Druckbogen enthalten würde. Unter di;sen Umstanden hat sich die Kedaktion mit Genehmigung des Directions- Comites entschlossen, den zweiten Band in zwei Theilen heraus- zugeben, deren zweiter Theil hier vorliegt. Der erste Theil dieses zweiten Bandes wird im Laufe des nächsten Winters erscheinen.

I>ie Kediaction.

ARCHIV

für die naturwissenschaftliche

LANDESDÜRCHFORSCHUNG

von

BÖHMEN

herausgegeben von den

BEIDEN C0MITE3 FÜR DIE LANDESDURCHFORSCHUN(j

unter der Redaction

PROF. Dr. C. KOKISTKA imd PROF. J. KREJCI.

Zweiter Band.

Zweiter Tlieil.

Mit 1 liüioffr. Tafel uud 126 Holzschnitten.

PRAG.

Commissions-Verlag von Franz Rivndc. 1873.

Druck Ton Dr. FA. (Jröerr in Piag 1873.

Inhalt des zweiten Bandes zweiten Theiles des Archives.

Die Arbeiten der botanischen Section (III) enthaltend:

Prodromus der P'lora von Böhmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. (Fortsetzung aus dem I. Bande.)

Die Arbeiten der zoologischen Section (IV) enthaltend: Die Wirbelthiere Böhmens von Prof. Dr. Ant. Fric. Die Flussfischerei iu Böhmen und ihre Beziehungen zur künstlichen Fischzucht und zur

Industrie von demselben. Die Krustenthiere Böhmens von demselben. Die Arbeiten der chemischen Section iV) enthaltend:

Über die Verbreitung des Kali und der Phosphorsäure in den Gesteinen Böhmens von Prof. Dr. Em. Boficky.

Landesdurchforschuiig von Böhmen. Section III,

Botanische Abtheilung

enthaltend

den II. Theil des Prodromus der Flora von Böhmen.

PRODROMUS

der

FLOKA von BÖHMEN

Zweiter Theil

entlialtend

die Apetalen und Sympetalen

Von

0)p, Ltd. ©etik@¥akt*

Custos am bölimischeu Museum und liou. Ducent der Botanik am k. böhmischeu Polytechnicum.

Herausgegeben von dem Comite füi* die uaturwisseuscliaftliche Durcliforsclmiiir Böliinens.

^'Psie^^i^x^.^^s^-^

PRAG.

Druck vou Dr. Eduard Gregr. Selbstverlag des Comite's.

1871.

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0 .

IV. Classe. Dicotylen.

Samen von einem Fruchtknoten eingeschlossen. Embryo mit 2 bhattartigen, gestielten oder doch zum Grunde verschmälerten, nie scheidenartigen Keimbliittern, sehr selten fehlt eines derselben, oder (bei Schmarotzern) auch beide. Gefässbiin<lel im Stamme (mit wenigen Ausnahmen) kreisförmig angeordnet, bei Holzptianzen in einen Holz-Cylindcr geschlossen, das Mark von der Rinde scharf abscheidend. Spreitenbildung der lUätter gegen die Scheidenbildung vorheiTschend ; Spreiten meist fieder- oder handnervig mit netzartiger Aderverzweigung, oft gezähnt, getheilt oder zusammengesetzt. Blüthenkreise vorherrschend 5- und 4gliedrig.

A. Apetalen (Moiioclilamydeen). ")

BlüthenhüUe einfach (Perigon), entweder Kelch und Krone vertretend, alsdann mit dem nächsten Staubgefässkreise alternirend, oder nur anstatt des Kelches, wobei die Krone unterdrückt ist, alsdann die Staubge fasse vor derselben.

Uebersicht der Ordnungeo.

I. Blätter in melirziihligen Wirtelii. Fruchtknoten einfäclierig, eineiig mit einfachem Grift'el. Wasserpflanzen mit einzelnen achselständigen Blüthen.

24. Ceratophylleae. Blüthen einhäusig. Perigon unterständig, vieltheilig, bleibend. Staubkölbchen zahlreich, sitzend, unregelmässig zerreissend. Fruchtknoten mit hängendem Eichen. Schliessfnicht nussartig. Keim eiweisslos mit 4 quirligen Keimblättern.

Untergetauchte "Wasserpflanzen mit gabelspaltigen Blättern.

25. Hippurideae. Blüthen zwitterig oder durch Fehlschlagen eingeschlechtig. Perigon oberständig als unbedeutender Saum. Stauhgefäss 1 am Grunde des Perigonsau- mes mit 2fächerigem längs aufspringenden Staubkolben. Fruchtknoten mit hängendem Eichen. Schliessfrucht steinfruchtartig. Keim mit 2 Keimblättern im spärlichen Eiweiss.

Zur Befruchtung mehr weniger emporgetaucht, mit ungetheilten Blättern.

n. Blätter gegen- oder wechselständig.

1. Fruchfl-noten vollsffindif/ 2 meJirßcherifj, ebenso die Frucht, jedes Fach mit 1

mehreren Samen. Perigon fehlt oder unterständig.

a) 2 3 Griffel oder Narben.

*) Die bisher gebräuchliche Eintheilung der Dicotylen in Apetalon, Sympetalen (Monope- talen) und Eleutheropotalen (Pol\-pctalen) ist bekanntlich nicht streng wissenschaftlich. Insbesondere sind die Apetalen keine natürliche abgesclilossene Gruppe, sondern nur die kronenlosen Anfänge verschiedener Yerwandtschaftsreihen, zumeist aus der Abtheilung der P'.leutlieropetalen. Für die praktischen Zwecke einer Flora empfiehlt sich aber trotzdem diese ältere Eintheilung immer nocli am besten. Auf die Apetalen hätte ich lieber die Eieutlieropetalen folgen lassen, einestheils, weil unter diesen die nächsten Verwandten der meisten Apetalen sich befinden, dann auch aus dem Grunde, weil ich im Allgemeinen die Sympetalie für eine vorgeschrittenere Bildung als die Eleu- theropetalie halte. Doch habe ich es schliesslich vorgezogen, die durch das De Candolle'sche und Endlicher'sche System zur süssen (iewolmheit gewordene Reilienfnlge nicht allzusehr zu verletzen.

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26. Callitrichineae. Blütlicn cingesclileclitig, ohne Perigon, aus einem Staub- gefäss oder einem Fruchtknoten bestehend, ülter eine weibliche und 1 2 männliche in derselben Blattachsel, meist von 2 häutigen Vorblättchen gestützt. Fruchtknoten oben zweilai)pig mit 2 fädlichen Narben, durch falsche Scheidewände 4fächerig; Fächer mit 1 hängenden Eichen. Frucht saftlos, zuletzt in die 4 Fächer (Theilfrüchte) zerfallend. Keim mit Eiweiss. Wasser- oder SchlammpHanzcn mit gegenständigen Blättern, blatt- winkelstäudigen, unansehnlichen Blüthen.

27. Euphor biaceae. Blüthen ein- oder zweihäusig (erstere auch scheinbar zwitterig). Perigon fehlend oder kelchartig (bei fremdländischen Gattungen auch doppelt). Staubgef. 1 viele aus dem Blüthenboden. Fruchtknoten 3 2fächerig, Fächer mit 1 2 hängenden Eichen. Griffel 3 2, oft theilweise verwachsen, oft 2spaltig. Frucht eine 2 Sknöpfige Kapsel, Fächer (Knüpfe) von einander und der bleibenden Mittclsäule meist sich trennend und elastisch aufspringend. Keim im Eiweiss. Kräuter, seltener Sträuchor und Bäume, oft mit Milchsaft, mit meist wechselständigen Blättern.

b) Griffel 1.

* Lytlirarieae part. (Peplis). Zwltterblüthcn. Fnichtkiiotcn 2fächerig; Eichen viele am Fachwinkel. Kapsel unregelmässig zerreisscnd. Staubgef. <] im Kelchscliluade.

* Cruciferae part. (Capsella, Lepidium). Zwitterblüthen. Fruchtknoten SPächorig; Elchen 1 viele, Avandständig. Schote 2klappig. Staubgef. bodenständig. Kelch vierblätterig.

2. Frucht Je noten cinfäclierig oder durch wandständige Sclieidewäudc ohne Mittel- siiulclien (bei * aucli mit einem solchen) gefächert. Frucht (manclimal durch Verkümmerung von P'ächern) vollkommen einfächerif/. Perigon unterständig oder fehlend, oder rudimentär oberständig (als kleine grüne Schüppchen oder Saum).

A) (Arne ntaceen). Blüthen eingesclilechtig; rf und 9 völlig gesondert (ohne Rudimente des anderen Geschlechts), in getrennten Pdütheiisl.änden, "die J" in Kätzchen, d. h. in bald abfälligen Aehren oder kopffcirmigen Trauben, an denen meist die Deckblätter vorherrschen. Bäume und Sträucher.

a) Fruchtknoten mit 1 grundständigen Eichen. Blüthen einhäusig.

28. luglandeae. (J" Blüthe ihrem Deckblatt angewachsen, mit 5— Gtheiligem Perigon und meist zahlreichen Staubgerässcn. 9 B'üthen einzeln oder wenige gehäuft. Fruchtknoten mit seinem Deckblatt und 2 Vorblättchen theilweise verwachsen, mit ober- ständigem, meist aus 4 kleinen Schüppchen bestehenden Perigon. 2 frans'ge Narben. Steinflucht im unteren Theiic 2— 4fächerig, Keim ohne Eiweiss mit mehrfach gefalteten, 4 lappigen Keimblättern. Blätter meist unpaarig gefiedert, ohne Nebenblätter.

b) Fruchtknoten durch 2— G wandständige, bis zur Mitte des Faches vorspringende, da- selbst aber freie Samenträger (ohne Mittelsäulchen) gefächert; in jedem Fache 1 2 hängende Eichen. I-'rucht nussartig, 1 sämig (selten 2samig). Blüthen einhäusig.

29. Betulaceae. (^ Kätzchen mit schuppenartigen Deckblättern, denen 2 3 öfter perigonlose Blüthen mit Vorblättern angewachsen sind. Staubbeutel mit getrennten Fächern. 9 Blüthen in Kätzchen oder knospenartigen Blüthenständcn, zu 2 3 in der Achsel einer Deckschupi)e mit Vorblättern. Fruchtknoten mit 2 Samenträgern, davon einer mit 2 Eichen, der andere steril, 2fächerig, in jedem Fache daher 1 Eichen. 2fä(lliche Narben.

30. Cnpulifcrae. (^ Kätzchen aus Blüthen mit 5 lOtheiligem Perigon, mit freien, kleinen , abfälligen oder verkümmerten Deckblättchen ; Staubbeutel ungetheilt. 9 Blüthen 1 wenige von einer verholzenden, aussen mit zahlreichen Deckblättchen bewachsenen Hülle, Becher (cupula), umgeben. Fruchtknoten mit rudimentärem oberstän- digen Perigon, 3 mehrfiicherig. mit 3 mehieren Samenträgern, davon jeder mit 2 Eichen, .liilier in jedem Fache 2 Eichen, 3 mehrere fädlichc Narben.

c) Fruchtknoten einfächerig mit 2 wandständigen, vielciigen Samenträgern. Frucht eine 2kla,ppige Kapsel. Plüthen 2liäusig.

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31. Salicineac. Beiderlei Blüthen in Kätzclieii, ohne Perigon, jedocli mit becherförmigem Blüthcnbodeu oder 1-2 Honigdrüsen. Staubgef. 2 viele. Fruchtknoten mit 2 ungetheilten oder 2 4spaltigeu Narben. Samen mit Haarschopf.

B) Blüthen zwitterig oder eingeschlechtig, die rein J* nie in Kätzchen (hei Morus (^ Blüthen mit Fruchtknoteiirudiment in Kätzchen).

a) Fruchtknoten einer, vieleiig, Frucht vielsaniig.

a) Samenträger mittelständig. Fruchtknoten völlig frei.

* Primulaceae part. (Glaux). Griffel 1. Staubgefässe 5 dem Perigongrunde eingefügt.

* Alsineae part. (Sagina, Stellaria). Griffel 3—5. Staubgef. 4—10, dem Frucht- liodcii eingefügt.

ß) Samenträger 2, wandständig. Fruchtknoten im unteren Theil mit dem Perigon vor- wachsen.

* S a X i f r a g e a e part. (Chrj-sosplenium) .

b) Fruchtknoten einer, ursprünglich •2fächerig, mit je 2 Eichen. Frucht einfächerig, Isaraig, oberwärts in einen Flügel ausgehend.

* Oleaceae part. (Fraxinus).

c) Fruchtknoten einer, einfächerig, (bei uns stets) leiig. Staubgef. aus dem Perigon- grunde oder dem Blüthenboden.

a) 2 Narben. Trockenhäutige ausdauernde Nebenblätter.

* Paronychieae part. (Herniaria, Illecebrum.)

ß) 2 Narben (die 2te unecht, d. h. der Bauchnath desselben einzigen Carpells ent- springend). Nebenblätter abfällig oder bleibend und krautig.

32. Moreae. Blüthen ein- oder 2häusig in besonderen kätzcheuartigen Aelireu oder auf verbreiterter oder bohler BlUthenstandachse gehäuft ; die (^ mit Fruchtknoten- rudiment. Perigon 3 ötheilig. Eichen hängend. Schliessfrüchte in den fleischigen Peri- gonen oder der fleischigen Blütbenstandachse eingeschlossen oder ihr eingesenkt, zusam- men Scheinfrüchte bildend. Keim im Eiweiss. Bcäume oder Sträuclier mit abfälligen Nebenblättern.

33. Ulmaceae. Blüthen zwitteiig oder vielehig. Perigon 4 Sspaltig, verwel- kend. Staubgef. ebensovielo, vor den Perigonzipfeln. Eichen hängend. Schliessfrüchte frei, nicht zu Scheinfrücliten vereinigt, bei unseren Arten geflügelt. Keim ohne Eiweiss. Bäume oder Sträuclier mit abwechselnden 2zeiligen Blättern und abfälligen Nebenblättern.

34. Cannabineae. Blüthen 2häusig, die (^ mit ötheiligem Perigon in Rispen, die 9 in ähren- oder kätzchenartigen Blüthenständen, mit röhrigem den Fruchtknoten ein- schliessendem Perigon. Staubgef. 5, in der Knospe gerade. Eichen hängend. Schliessfrucht dünnschalig. Keim gekrümmt oder spiralig ohne Eiweiss. Kräuter mit gegenständigen, oberwärts mit abwechselnden Blättern und dauernden Nebenblättern.

y) 1 Narbe. Nebenblätter vorhanden oder fehlend.

35. Urticeae. Blüthen zwitterig oder durch Verkümmerung eingeschlechtig. Perigon der Zwitter- und r^ Blüthen 4 ötheilig, das der 9 aus 1 2 ungleichen Blatt- paaren. Staubgef. 4 5, vor den Perigonblätteru, in der Knospe eingeknickt und dann elastisch hervorschnellend. Eichen grundständig. Keim gerade im Eiweiss. Bei uns Kräuter.

8) Narben 2 mehrere. Keine Nebenblätter.

36. Chenopodiaceae. Blüthen zwitterig oder eingeschlechtig. Perigon 4 5- theilig, in den Q Blüthen auch durch 2 Vorblättcr ersetzt. Staubgef. 5 oder weniger, aus dem Grunde des Perigons oder dem Blüthenboden. Fruchtknoten frei oder am Grunde mit dem Perigon \ erwachsen, mit 1 grundständigen oder hängenden Eichen (bei ausländischen auch mehrere). Narben 2 4. Häutige Schliessfrucht oder DeckelfrucLt. Keim ringförmig oder spiralig das Eiweiss umgebend.

8*

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* Ambrosiaceae. Blüthen Ihäusiti; J* in einem behüllten Köpfchen, mit 5zähnigem Perigon, verkümmertem Stemjiel und 5 Staubgef. 9 1—2 nackte Stempel in einer 2schnäbligen harten Ilülle eingeschlossen.

f) Narben ■2—4. Statt der Nebenblätter eine über die Blattstielbasis hinauf ver- längerte, den Stängel umscliliessende Scheide (Tute, Stiefelchen).

37. Polygon eae. Blüthen zwitterig oder durch Fehlschlagen einhäusig, Peri- gon P) 6theilig, oft gefärbt. Staubgef. 3 9 in 1 2 Kreisen im Grunde des Perigons. Fruchtknoten 2 Skaatig mit 2 3spaltigem Griffel und grundständigem Eichen. Schliess- frucht, Samen mit Eiweiss. Kräuter mit abwechselnden fiedernervigen Blättern.

d) Fruchtknoten einer (oder einige getrennte), eineiig. Staubgef. (unserer Gattungen wenigstens) dem Schlünde oder der Röhre des röhrigen Perigons eingefügt.

«) Keine Nebenblätter, t) Ein Griffel.

38. Thjmelaeaceae. Blüthen zwitterig oder durch Fehlschlagen 2häusig. Perigon rührig, 4spaltig, meist gefärbt. Staubgef. gleichviel oder doppelt so viele in abwechseln- den Kreisen. Griffel mit kopfiger Narbe. Eichen hängend, Schliessfi'ucht trocken oder steinfruclitartig, Sträucher oder Kräuter mit ganzrandigen Blättern.

39. Elaeagneac. Blüthen zwitterig oder 2häusig. Perigon immer gefärbt, 2 i- spaltig (an (^ Blüthen aucli getrennt 2blättrig). Staubgef. gleichviele und mit den Zipfeln abwechselnd oder doppelt so viele. Griffel mit zungenfürmiger Narbe. Flichea aufrecht. Scldiessfrucht hartschalig, von der fleischiggewordenen Perigonri'jhrc umgeben, eine falsche Steinfrucht darstellend. Bäume und Sträuchcr mit glänzend schülferigen Blättern.

tt) Zwei Griffel.

* Paronychieae part. (Scleranthus).

ß) Mit krautigen Nebenblättern.

* Rosaccac part. (Sanguisorbeao).

e) Fruchtknoten mehrere, frei, jeder 1 viclciig. Staubgef. aus dem Blüthenboden.

* Ranunculaceac part. (Clematis, Caltha, Anemone etc.).

:>. Fruchtknoten und Frucht einfächerig oder durch wandständige Samenti'äger nnvoll - ständig gefächert. Perigon oherständü/, ausgebildet, korollenartiri (jefürbt.

a) Frucht Ifächorig, Isamig, nicht aufspringend.

40. Santalaceae, Blüthen zwitterig oder vielehig. Perigon oberständig 3 5- spaltig, innen gefärbt. Staubgef. 3 5, vor den Perigonzii)feln. Eichen 2 4 an der Spitze eines freien Samenträgers hängend. Griffel 1, Schliessfrucht nuss- oder steinfruchtartig. Keim im Eiweiss. Kräuter oder Sträucher.

41. L 0 r a n th a c e a e. Blüthen zwitterig oder eingeschlechtig. Perigon oberständig, A Sblättrig, dessen Blättchen frei oder röhrig verwachsen; das der 9 Blüthen öfter aussen von dem napffih'mig vorgezogenen oberen Rande des Fruchtknotens kelchartig umgebrn. Staubgef. 4 8, vor den Perigonblättcrn und denselben mit dem Staubfaden oder, wenn dieser fehlt, mit dem Staubkolbon angewachsen, Fruchtknoten leiig, Eichen hängend oder aufrecht und mit dem Fruchtknoten völlig verwachsen. Griffel 1. Frucht eine Beere. Keim mit Eiweiss. Schmarotzende Sträucher, mit Senkwurzeln den Ästen der Bäume eingewachsen.

1)) i''rucht durch 3— (j wandständige in der Mitte zusammenstossende Samonträger gefächert, vielsamig, meist aufspringend.

42. Ari st ol ocliicac. I'dütlien zwitterig, Perigon oberständig, gefärbt, röhrig zungenförmig oder 3spaltig, Staubgef. 0 12. Griffel kurz, Narben lineal, strahlig ausge- breitet, die Staubkolben bedeckend Frucht kapsei-, seltener beerenartig. Keim klein im Eiweiss, Kräuter; seltener TTalbsträucher mit kriechendem oder knolligem Wurzelstock.

Ceratophyllum ITippuris. 117

24. OrdiiiTiig. Ceratophylleeii Gray.

1. Ceratophyllum L. Hornblatt. Igellock.

1. C. demersum L. Blätter 1 2mal gahelig, in 2 4, meist starre, dickliche, lineale, fein stachelig gezahnte Zipfel gefheilt. Frucht länglich-eiförmir/, an den Rän- dern gerundet stumpf, an deren Basis jederseits mit einem herabgebogenen Stachel oder Höcker, in einen glcivldangen oder längeren stachelartigen Griffelrest auslaufend.

Meist starr und dunkelgrün, auch inkrustirt, obere Wirtel bogig gegen einander geneigt.

2|. Juli Seittemb. In Teichen, Tümpeln und sumpfigen Gräben, zwar verbrei- tet, aber nicht häufig fructificirend. Bei Prag: Kaiserwiesc, A^rsovic, Nusle, Volsan, Baum- garten ! Srbec bei Schlan! Stefansüberfuhr (Tausch) ! Ovcärer Teich bei Tupadl (Opiz) ; an der Elbe bei Pardubic, an der Adler bei Wildenschwert, Kostelec, Brandeis! Jiciner Teich (Pospichal)! Schlossteich bei Bfezno b. Jungbunzlau (Sekera). Böhm. Leipa! Nieraes (Schauta)! Roudnic (Prcsl), Lowositz! Tetschen (Malinsky)! Bilin, Kommern (Reuss). Südböhmen : bei Bndweis in einem blinden Arm der Moldau !

2. C. submersum L. Blätter 3mal gaielspaltig, mit 4 8 fast borstlichen, weicheren, verlängerten, fein und entfernt stachelig gezähnten Endzipfeln. Frucht eiför- mig , fein weichstachelig gekörnclt, an den Bändern stärher susammengedrilcht^ stachellos, mit einer etwas gekrümmten ganz hiirzen Griffelspitze.

Weicher, feiner, lebhaft grün, Blätter länger, schlaffer, oft kalkig inkrustirt.

2|. Juni August. In Wassergräben, stehenden Lachen, Teichen, sehr selten. Mit Sicherheit nur in der Gegend der mittleren Elbe: in Wiesengräben zwischen Pecek und Podebrad (1867, fructificirend)! Koufim (Jims, nicht fruchtend) ! bei Stefansüberfuhr mit C. demersum (Tausch)! im Teiche bei Pfcdboj (Lconhardi). Vysocan b. Prag (Opiz) ; in der Rudiay bei Bilin (Prof. Reuss).

25. Ordnung. Hippuridcen Link.

1. Hippuris L. Tannwedel.

1. H. vulgaris L. Grundachse kriechend, sympodienartig, langgliedrig , auf den Gelenken büschelfaserig. Stengel theils untergetaucht, fluthcnd, theils aufrecht, empor- tauchend, ^/o 3' hoch, engröhrig. Blätter lineal, ganzrandig, zu S— 12 in genäherten, nach oben kleiner werdenden und dichter stehenden Quirlen; die der untergetauchten Triebe grösser, dünn, durchscheinend, schlaffer, die emporgetauchten derb. Blüthen klein, achselständig quirlig, sitzend.

ß) fluviatilis Schi. Stengel alle horizontal fluthend, untergetaucht, mit den Spitzen aufwärts gekrümmt.

2]. Juli, August. In Gräben, Tümpeln, kleinen Bächen und an deren Rändern, selten, am häufigsten in den Flussniederungen. Bei Prag: üunctice! Okor (Seidl) ! Clilo- min (Kostelecky), Melnik (Praesens)! bei Nimburg gegen Kfeckov! Podebrad (Opiz)! Teiche bei Zähornic hinter Künigstadtl mit Teucrium scordium (Pospichal) ! Teich Noha- vice bei Semin, Fischbehälter bei Bohdanec (Opiz). Teichdorf bei Pardubic! Brandeis an der Adler! im Bache Loucnä bei Hrusov nächst Leitomyschl (var_. /?) ! In einem Dorfe nördlich von Zlonic ! an der Eger bei Budin nächst Pist und Zabovfesk (Reuss) ! Sullowitz und Tschischkowitz bei Lowositz (Neumann). Kommern und Neundorf (Reuss). Voseker Teiche bei Bfezina (Sternberg) !

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Callitriche.

2G. Ordnung. Callitrichiiieeii Link. 1. Callitriche L. Wasserstern.

Friiclite vom Rücken der Fruclitblättcr her zusammengedrückt; die 1^'ruchtliälftea daber ebenfalls zusammengedrückt, durch eine ringsum gehende Furche (Comissuralfurche) getrennt, auf dem Rücken ebenfalls mit einer Furche.

1. C. verna (L. part.) Kützing (C. vernalis Kützing). Früchte ciförniig oder ruiid- licli, vorn etwas herzförmig. Fruchthälften auf dem Wachen gewölbt, niH scharfer BücJcen- fnrche, durch eine seichte Commissuralfurche getrennt, m?t kurzem scharfem Kielrande. Narben aufrecht oder abstehend, nach der Befruchtung noch einige Zeit b'eibend. Vor- blät teilen der Blüthe breit, weisshäutig.

Die Früchte sind die kleinsten von allen, häutig, besonders bei der Landform, mehr ländlich, seltener fast kreisruiidlich ; diese etwas grösser, minder gewölbt mit dauerhafteren Narben. Die Lanuform auf ausgetrocknetem Boden niedrig, oft nur 1" hoch, rasig, mit linealen, kleinen Rlättern und reichlich fruchtend (C. minima Iloiipe, caespitosa Schultz). In nicht tiefem Wasser schwimmen die Astspitzen auf der Obertläche mit Rosetten verkehrteiförmiger Rlätter (C. stellata Hoppe). So wie sich die Stengclglieder strecken, tauchen die JMätter unter, und verlängert sich ihre Rasis stielartig; der Stemjiel Avird über V/'asser befruchtet durch die aus dem Wasser ragen- den Antheren, sinkt dann ebenfalls und die Frucht bildet sich im Wasscn* aus. In tiefem Wasser erreicht die Pflanze nicht die Oberfläche, bildet keine Rosetten, sondern lauter entfernte, schmale, spater ge oder lineale, vorn -ispitzige Blätter (C. autumnalis Autt., üpiz, nicht Linne) : sie kann wohl unter Wasser blühen, fruchtet aber nicht.

2|. u. O Mai Herbst. In stehenden und fliessenden Wässern, Gräben, Bächen, auf Schlamm stellen gemein, auch im Gebirge, z. B. bis in die 2. Region des Bölimcr- waldcs (Goeppert).

2. C. hamulata Kützing. Früchte kreisrundlich ; Fruchthälften auf dem Rücken ziemlich flach, mit scJuracher RücJcenfurcJu! und ebenfalls seichter breiter Commissural- furche, mit scharfem schmalem Kielraxde. Naiben lang, herahgeschlagoi, der Frucht ungcdrüclct und meist bald nach der Befruchtung abfällig. Vorblättchen der Blüthe schmal, oft sichelförmig, oder fehlend.

Früchte grösser als an vor., jedoch nicht so gross wie bei C. stagnalis, einem an der Peripherie ruinigen Rade vergleichbar; ihr Querschnitt ist ein an den schmalen Seiten ausgeran- detes Rechteck. Die Blätter sind besonders zart und dünn, die Stengelglieder verlängert. Variirt : «) tr ic h 0 pliy Ha (C autumnalis Autt. boh. part), sclnnalldättrig, Blätter sämmtlich sihmalUneal, sehr lang, gabelig 2spitzig, und ß) ovalifolia, l)reitblätterig, Blätter, wenigstens die oberen eiför- mig oder spatelig, am Grunde lang verschmälert.

2j. Mai Herbst. Dürfte ziemlicli verbreitet sein, besonders in Torf und Moor- gege:;den, bisher an Avcnigen, jedoch weit auseinander liegenden Orten, a) in klaren kühlen Gewässern, ß) mehr in moorigen Gräben. Bei Leitomyschl und Nickel an der mähr. Gränze! Gräben der Ilöflitzer Wiesen bei Niemes (Schauta) ! Teplitz (Eiclder) ! im Bache bei Janegg b. Osseg (Thiel), im Dorfbache bei Rothenhaus (Roth)V [Tetschen (Mal.) und Komotau (Knaf, von mir früher so bestimmt) war unrichtig]. Bei Wittingau im Gold- bach, herabgeschwemmt, wohl aus den südlich gelegenen Torfböden!

3. C. stagnalis Scop. Früchte kreisrundlich; Fruchthälften auf dem Rücken sauft geivölbt, durch eine tiefe Coinmissaralfurehe getrennt, mit breiterem, scharfetn, /lügelartigem Kielraxde. Narben aufrecht oder abstehend, auf der rcifeudcn Frucht lange bleibend. Vorblättchen der Blüthe breit, weisshäutig.

Die Früchte grösser als bei den vorhergehenden, die Breite des nicht immer durch- scheinenden Flügels übrigens etwas verilndei-lich. Die Schlammform, in kleinen Rasen wachsend, hat kleine, spatclförmige Blätter, die Wasseiform grrissen', feistere, mehr eiuuide Blätter, und in grössere.' Tiefe auch die unteren Üliitter schmal, lineal ((". ])hitycarpa Kützing). Staubfäden zur IMiithezeit sehr kurz, oit fast fehlend, später verlängert. Alle drei Arten gehören zur Section F u cal I i trich e Uegelm: ihre Fruchthälften sind in eiiuu' breiteren Fläche verbunden, die Ober- haut ihrer Stängel und Blätter besitzt Spaltöflnungen und ötcrnhaare.

Euphorbia. 119

2|. Mai Herbst. In Moorwässern, Gräben, besonders gern auf feuchtem Sclilamni- boden. Bisher mit Sicherheit nur in dem Striche längs des Erzgebirges und auf dem- selben, sodann in Nordböhmen. Franzensbad (Bracht) ! Karlsbad (Ortmann), Schlacken- werth (Reiss)! Um Komotau häufig: bei Eidlitz (Rcuss), Sporitz, Trauschkowitz, Petsch im Erzgebirge (Knaf) ! Seeberg b. Rotlienhaus (Roth), Wirsengräben bei Kommern (Knaf) ! Bilin (Reuss), Teplitz (Winkler} ! im Mittelgrund bei Tctschen ! Gräben im Barzdorfer Büschel bei Niemes (Schauta) ! bei Schluckenau (Karl, ohne Früchte). Roudnic (Reuss), oberhalb Ebersdorf au der mährischen Gränze bei Iglau (Pokorny).

27. Ordnung. Euphorbiaceac R. Br.

Gattungen :

1. Euphorb ia. Blüthen einhäusig: 4—5 Gruppen (^ Blüthen um eine centrale 9 gestellt

und von einem gemeinschaftlichen 4 Sspaltigcn Hüllkelche umgeben (Schein- blüthen\ Hüllkelch mir 4 -5 aufrechten häutigen und ebensovielen dicken drüsi- gen nach aussen gekehrten Zipfeln (Drüsen). J" ßlüthc aus 1 Staubgef. mit gegliedertem Träger. 9 Blüthe lauggestielt, ohne Perigon oder mit kleinem Slappigem unterständigem Perigon, 3 Griffel. Kapsel überhängend, Sfächerig, Ssamig.

2. Mercurialis. Blüthen 1- oder 2häusig, getrennt. Perigon 3— 4blättrig. Staubgefässe

9 12, ungegliedert. Stempel 2fächerig (ausnahmsweise Sfächerig) mit 2 Narben, von 2 (oder o) unfruchtbaren Staubfäden umg.'beu. Kapsel aufrecht, (meist) 2fächerig, 2samig.

1. Euphorbia L. Wolfsmilch.

Scheinblüthen in blattachsclstiindigen Gabelcymen mit gegcustäudigen Vorblättern (oder in Wickeln) ; diese am Gipfel des Stengels bei unseren Arten doldig, in der Achsel von andors- gestalteten, dichtgedrängten Blättern (Hüllblättern der Dolde).

A) Samen verschieden gruhig oder runzelig. Kapseln glatt oder nur gekörnelt rauh. Einjährige (oder zweijährige) Arten mit einfacher Pfahlwurzel. Dolde 3— 5strahlig, Strahlen (Aeste, Cymen) 2 mehrmal 2— Sspaltig.

a) Drüsen des Hüllkelches 2hörnig oder halbmondförmig.

a) Blätter gegenständig, gekreuzt. Pflanze 2jährig. t E. lathyris L. Stengel im 2. Jahre unterwärts blattlos. Blätter lineal-länglich, fast

sitzend. Vorblätter länglich eiförmig, spitz. Dolde 2 -4strahlig. 1-3' hoch. O Juni August. Staramt aus dem Süden, bei uns nur selten in Gärten und Parkanlagen verwildert; z. B. im Parke von Niemes (Schauta)! bei Jaroraer (Ilalla) !

ß) Blätter zerstreut, wechselständig. Pflanze Ijährig. Dolde meist 3strahlig (seltener 4 östrahlig;. Strahlen wiederholt 2spaltig.

1. E. exigua L. Blätter lineal. Hülle und Vorblätter aus breiterer oft hers- förmiger Basis Uncal-lanzeltlich. Drüsenhorner verlängert. Kapselfächer auf dem Rücken gerundet. Samen 4kantig, gruhig-rmizeliy.

Stengel aufrecht oder liegend, ausgebreitet, 1—8" lang. Kraut gelblichgrün. Samen erst blaugran, zuletzt schwarzbraun. Die Blätter variireu vorn zugespitzt acuta) und gegen die Spitze verbreitert, abgestutzt oder ausgerandet, oft stachelspitzig retusa).

O Juni - Herbst. Auf Äckern, Brachen, Stoppelfeldern, besonders auf Lehm und Letten, allgemein verbreitet und zahlreich. Bei Prag: Cibulka, Michle, Lieben, Pod- baba, Baumgarten, Bohnic, Kralup, Chlumin, Nebusic, Dusnik, Butovic, Kuchelbad, Karl- stein u. s. w. Kacina, Kolin, Nimburg. Pecek , Voskoberg und Patek bei Podebrad,

]^20 Euphorbia.

Clilumec bydz. Kr.! Hiochov-Teinitz, Leitoniysclil, Scnftenberg, Rychnovek b. Josefstadt! Zvol, SiDific, Ilolicnclbc. Jiciu ! Jiiiigbiiiizlau, Niemes selten, Klcin-Skal. Bmlin, Wegstildtel Elbufcr, Ausclia ! Brozan, Lcitmeritz, Lowositz, Tetschon, Sandau bei Ben- scn. B. Leipa! PüUna, liotlienbaus, Öernovic b. Komotaii, Karlsbad. Beroun, Bfezina b. Radnic. Moldautein, Strakonic unter dem Berge Kufidlo ! Priessnitz bei Krumau.

2. E. falcata L. Blätter lanz-ettlich^ zur Basis keilig verschmälert, sitzend, die unteren stumi)f, die oberen in eine kurze Stachelspitze zugespitzt. Hüllblätter den übrigen Blättern gleichgestaltet. Vorblätter schief rauten-eiförmig. lang stachelspitzig. Drüsen- hörner kurz. Kapselfächer auf dem Rücken sclnvach kantig. Samen zusammengedrückt 4kantig, mit 4 Längsreihen eingegrabener Querstriche.

Graugrün, 3 G" laug, bald ausgesperrt ästig, bald aufrecht und ziemlich einfach. Samen hellbraun.

O Juli Septemb. Auf Äckern, Stoppelfeldern auf Kalk und Thonboden, nur im wärmsten Flachlande, daselbst aber stellenweise häufig. Bei Prag nur zufällig an der Bahn bei Podbaba (Opiz)! Jungfer-Brezan (Leonh). Um Podebrad bei Pätek in schwarzem Thon, bei Sonic und unter dem Voskoberge ! Bei Chlumec nahe dem Klamoschberg, Konci bei Chrudim auf Kalk (nur 1 Expl.)! bei D\mokur (Kablik) ! Schlau (Tausch)! Bei Laun gegen den Rannayer und am Nordfusse desselben auf Pläner, dann beim liradeker Wirtlischafts- haus massenhaft! Sovice bei Roudnic! Hascnburg bei Libochovic, Doxan, Rand der Brozaner Fasanerie (Reuss) I Leitmeritz gegen Pokratitz und den Radobyl häufig! Lowositz, Merzkies, Bilin im Debfethal auf Gneuss ! Um Teplitz bei Welbot (mit Nigella) und am Wege zum Schlossberge (Eichler), Osseg (Thielj.

3. E. peplus L. Blätter gestielt^ vcrhehrt-eiförmig oder rundlich, stumpf, ganzraudig. Vorblätter eiförmig, sitzend oder kurzgestielt. Kapselfächer auf dem Rücken mit JJ flügelartigen Längsleisten. Samen auf einer Seite mit 2 kurzen LäiigsfurcJien, ausserdem mit mehreren Längsreihen von je 3-4 Grähchen.

3" 1' hoch, hellgrün, weichblätterig. Die Cynieu manchmal durch Verkümmerung eines der beiden Gabelzweige unregelmässig wickelartig. Drüsen gelblich.

O Juli Sept. Auf Äckern, Dorfangern, besonders aber in Gemüsegärten im bebauten Eande allgemein verbreitetes Unkraut, aber nicht überall gleich häufig.

b) Drüsen abgermidet, qucroval. Dolde 4— 5strahlig, Strahlen erst 3-, dann '2spaltig.

4 E. helioscopia L. Blätter verkehrt -eiförmig oder spatelig, in den Blattstiel keilig verschmälert, vorn kloingesägt. Vorblätter eiförmig, stumpf, vorn gesägt. Kapsel- fächer auf dem Rücken abgerundet, glatt. Samen grubig-netzig, rundlich.

ötäugel 3" 1' hoch, zerstreut behaart, vom Ci runde oft ästig, unter der Dolde meist eiiifacli. Drüsen wachsgelb. Samen braun.

O Mai Septemb. Auf Äckern, Beeten, an Wegen gemein im ganzen Lande.

B) Samen olatt. Kapseln warzig oder glatt. Terennirende Arten mit vielköptlgem oder kriechendem Wurzelstock (nur K. platyphylla Ijäluig). Dolde oft vielstrahlig.

a) Drüsen abgerundet, queroval. Ivapselu meist warzig, seltener glatt.

u) Wurzel jährig. Dolde 3— ostraldig, Strahlen erst 3— 4theilig, dann 1 - mehrmal 2theiHg.

5. E. platyphylla L. Stengel kahl. Blätter feingesägt, gegen die Basis ganz- randig, kahl oder unterscits behaart, verkehrt-lanzettlich, spitz, mit geöhrter Basis sitzend, die untersten verkehrt-eiförmig, stumpf, in den Blattstiel verschmälert. Vorblätter cifin-- mig-dreieckig oder rautenförmig, stachelspitz. Kapsel mit halbkugeligen, wenig erhabenen Warzen. Samen zusammengedrückt .'5seitig.

1—2' hoch. Blatter hellgrün, weich, oft herabgeschlagen. Drüsen gelb.

O Juli, August. Vorzugsweise auf Dorfangern und in deren Gräben, auf etwas feuchten Grasplätzen, Triften, auch Äckern, sogar in lichten Ilainen, in den wärmeren Niederungen auf Alluvien viel verbreitet, im übrigen Lande und, soviel bekannt, in ganz

Euphorbia. 121

Südböhaien fehlend. Bei Prag : Vrsovie, Michle und Zdbehlic, Kuchelbad, St. Piokop, Klukovic! Kralup, Weltrus. Pecky, Kolin, Elbeteinitz! Neuhof, Cdslau, Hefmanmestec, Clirudira, Semiu bei Pfelouc (Op.)! Moravany, Bofice, Zminy bei Pardubic! Hohenmauth, Chotzen, bei Leitomysl schon spärlich ; Chluni bei Königingrätz, Volovka bei Josephstadt ! Tui- und Zh6i; Vesec, Velis u. s. w. bei Jicin (Op., Pospichal)! Chlumec am Klamosch (im schwarzen Tlionbodcn) ! Sehr häufig und massenhaft um Podebrad und Nimburg, daselbst öfter auf solnvarzem Thonboden. auf dem Voskoberge im lichten Eichwalde ! Um Jungbunzlau häufig (Hipp.)I bis Münchengiätz (Sekera). B. Leipa gegen Piesnig! Ver- breitet von Koudnic bis Aussig, um Leitmeritz, Hlinay u. s. w. Im Egerthal bei Libo- chovic, Patuk, Meronic, um Laun! Horatitz und Schiessclit« bei Saaz, bei Podersam!

Anmerkung. E. stricta L., mit doppelt kleineren Kapseln und Samen, walzlichen "Warzen der Kapsel und fast stielrunden, schwach Sseitigen Samen, schlanker als vor., sonst ihr sehr ähnlieh, sah ich nie aus Böhmen; sie wird jedoch von Pfund bei Stephansüberfuhr und im Böhiiierwalde (?!) augegeben.

ß) "Wurzelstock wagrecht, zackig-gegliedert otler stellenweise knotig. Doldeustrahlen meist 5, meist nur einmal, seltener 2mal -ispaltig.

6. E. dulcis L. (Jacq.) Wurzelstock durchaus fleiscJdg, verdickt, zacM(/-(/e- yliedert. Stengel ."erstrenthehaart, stielriind. Blätter sehr kurzgesticlt, länglich, die untersten verkehrt-eiförmig, sehr fein gesägt oder fast ganzrandig ; alle unterseits zerstreut haarig. Scheinbliithen fast sitzend. Vorblättcr Seckig-eiförmig, meist länger als breit. Drüsen zuletzt dunkelpurpurn. Kapsel meist behaart mit halbkugeligen ungleichen Warzen.

1—2' hoch. Das Illiizorn sympodienartig aus den verdickten Basen nach einander folgen- der Steugelgenerationeu zusammengesetzt.

2|j April, Mai. In schattigen und feuchten Laubwaldungen, in Schluchten, an Waldbächen, verbreitet im Hügel- und niederen Gcbirgslande; liebt besonders Thon- oder aus Thon und Sand gemischten Boden; auch auf feuchtem Sandboden. Bei Prag: St. Mathaeus (Op.), Kundratic^r Wald, Zävist, Königsaaler Wälder, Kamenicer Thal, Mu- kaf ov ! Karlstein und St. Jvan ! Zdanic bei Koufim (Jirus) ! Cäslau, Hefmanmestec, Chru- dim, Semin bei Pfelouc, Choltic (Op.) Chotzen, Brandeis a. Adl., St. Antonibad und Chlu- mek bei Leitomyschl, Karlsbrunn an der mähr. Gränze, Bergrücken zwischen Leitomyschl und Böhm. Trübau, Olberndorfer Grund b. Landskron, Pastvin bei Senftenbcrg ! Bukovina b. Königgrätz (Op.), Zvol bei Jaromef (Knaf)! bei Skalic, Prachower Felsen bei Jicin! Hohenelbe (Kahl.)! Rochlitz (Gottstein)! Friedland (Seiht)! Ptcichstadt (Mann)! Fuss des Limbergs Itei Gabel! Niemes (Lorinscrf! Mnkafov b. Münchengrätz (Sekera)! Jung- bunzlau (Hipp.)!— Bei Leitmeritz: Pokratitz, Muchovitz, Hlinai, Satanabergl (A. Mayer). Wernstädtel (Kratzm.) ! B. Kamnitz am Fussc des Kaltenbergs ! Tetschen gegen Schöu- born! Graupen bei Teplitz (Laube), Osseg (Thiel), Seestadt! (Reuss), Karlsbad (Ortm,), Lochovic (Wolfner) ! Zbirov (Finger), Kufidlo bei Strakonic ! Pisek (Dedecek) ! Krumau unter der Vogeltenne! Schwarze Leuchte bei Goldonkron (Jnngb.) ! u. s. w.

7. E. angulata Jacq. Wurzelstock stielrund, kriechend, so dich u:ie der Sten- gel, nur stellemveise hiotig-verdicht. Stengel hild, oberwärts geschärft kantig. Blätter sitzend oder sehr kurzgestielt, oval oder eilänglich, vorn sehr fein gesägt, kahl oder iiaumhaarig. Scheinblüthen deutlich gestielt. Vorblätter Seckig-breiteiförmig, so lang oder kürzer als breit. Drüsen grünlich, zuletzt rothgclb. Kapsel kahl mit halbkugeligen und kurzkegeligen Warzen.

Ähnlich der vor. ; aber schon durch die viel kürzeren heller grünen Blätter und Vorblätter auffallend. Nur die Scheinblüthen letzter Ordnung sind doppelgeschlechtig; die früheren nur männ- lich. •'4— l'/i' hoch. Variirt: a) glabra, Blätter ganz kahl, und ß) pilosa, Blätter besonders unterseits kurzhaarig-flaumig; so seltener.

2j. Mai, Juni. An Waldrändern, auf lichten beholzten Abhängen, auf Kalk und Silurschiefern, nur in der südlichen Prager Gegend unfern der Moldau: im Radotiner Thal gegenüber und unterhalb Kosof, dann gegenüber Hinter Kopanina! Zavister Berg

222 Euphorbia.

um (las Glorictt (Pui'kyne), zwischen Königsaal und ftidka im jungen Laubwalde (Knaf 1827)! liinter Stechovic am Wege auf der Höhe gegen St. Johann (Jiru^) !

y) Wurzelstock niehrköpfig, aufrecht ästig, in eine senkrecht ahsteigende Pfahlwurzel übergehend.

*) Dolde 5 vielstrahlig, Strahlen zuerst 3spaltig. Blätter grasgrün, weich, vorn öfter ieiu gesägt.

8. E. epithymoides Jacq. Stengel £otti(/. Blätter sitzend, länglich, zur abgc- rundeteu Basis etwas verschmälert, unterseits dicJd, oberseits spärlicher sottiy, ganz- randig, randschweifig. Dolde meist 5strahlig (auch Istrahlig). Vorblätter eiförmig. Kapsel kahl, mit verlängerten^ fädliclicn Ausivüchsen hedecJct.

y-i—l^k' hoch. Blätter weich, oft röthlich. Vorblätter hellgelblich. Scheinblüthen gestielt. Hüllkelche '/i' öspaltig. Drüsen wachsgelb. Auswüchse der fast erbsengrossen Früchte orangeroth.

2|. Mai, Juni. Auf steinigen, buschigen Abhängen. Bei Mileschau (Hackel) ! Die Pflanze lag in Ilackels Ilerbar ganz anspruchslos als E. platyphylla bestimmt; der nähere Standort, dessen sich der greise Finder nicht mehr zu erinnern wusste, bleibt der Zukunft vorbehalten.

9. E. palustris L. Stengel Jcahl. Blätter sitzend, lanzettlich oder länglich-

lauzettlich, JcaJd, ganzraudlg, geschweift, nur ganz vorn sehr Mein entfernt gezähnelt. Dolde 5 vielstrahlig. Vorblättcr oval. Kapsel kahl mit kurzwalzlichen Warzen.

Stengel 2-5' hoch, feist und dick, unter der Dolde mit vielen theils sterilen, theils blutJientragenden, verlängerten Zweigen. Vorblätter gelblich Drüsen wachsgclb oder bräunlich.

2|. Mai, Juni. Auf sumpfigen Wiesenstellen, in Gräben, Waldsümpfen Nord- böhmens selten, aber gesellig. In der Elbeniederuug zwischen Melnik und Nimburg: bei Chlomin! Stephansüberfahr (Tausch)! Lobkovic (Kostelecky), Tisic und Neratovic! Nim- burg (Vsetecka) ! Liebonau bei Reichenberg (Siegmund) !

10. E. pilosa L anipl. (E. procera M. Bieb. anipl., E. cechica Opiz). Stengel kahl oder kurzhaarig, selten oben zottig. Blätter sitzend, länglich-lanzettlich bis eilanzett- lich, beiderseits, besonders untcrscils grau behaart, seltener zuletzt verkahlend ; am knorpeligen Bande im grössten Theile des Umfanges dicht kleingesägt. Dolde 5 viel- strahlig. Vorblättcr oval oder elliptisch. Kapsel kahl oder behaart, glatt oder mit kleinen halbkugeligen Knötchen bestreut.

1—3' hoch, ähnlich der vorigen, durch die Behaarung und Bezahnung der Blätter sofort zu unterscheiden. Blätter mit unterseits vurspriiigeiulem Mittelncrven, am Rande etwas umgerollt. Unsere Form hat ganz glatte, bald kahlo, bald behaarte Früchte.

2j. Mai, Juni. Auf sonnigen steinigen Waldplätzcn und in i'lussnioderungen Ui^hcr nur bei Podel)ral (Opiz)! und bei Kuttenberg (Veselsky, als E. palustris) ! Beide Standorte sind noch genauer auszumittcln.

**) Dolde vielstrahlig, Strahlen zuerst 2spaltig. Blätter graugrün, dicklich, starr, voll- kommen uanzraudig.

3 1. E. Gerardiana Jacq. Kahl. Blätter lincal-lanzettlich bis verkchrteiiormig- lair^etllich, stachelspitz, mit stielförmig verschmälertem Grunde sitzend. Vorblätter 3eckig- oder rautenförmig-eifiu'mig, querbreiter, stachelspitz. Drüsen oft theilweise halbmondför- mig ausgeschnitten. Kai)seln kahl, glatt oder nur fein punktirt.

Stengel meist einfach, aufrecht oder niederliegend, V2— IV-/ hing. Erscheint in einer grösseren, hroitblättcriffcn uiul in einer in allen Theilen kloiueren, schmalblätterigen Form. Blätter der unfnichtbaren Triebe sclimäier, dichter gestellt, als an den blühenden. Drüsen gelb.

2|. Juni, Juli. Auf sandigen und kiesigen Fluren, Flussufem, Hügeln, nur an der unteren Moldau und Elbe. Bei Prag nur n()rdiich im Moldauthale: Podbaba, Selc, Roztok! Prosik Op. ! gegenüber von Libcic! bei Weltrus (Pohl). Im Elbthale : Neratovic

Eupliorbia. 123

bei Lobkovic ! Vrbno und Hofiii bei Melnik (Sternberg) ! Oberbefkovic (Reuss), sehr liüutig um den Sovic und sonst bei Roudnic! Pfestavlk bei Budin (Reuss), Leitmeritz, Lovositz. Cernosek ! Birnay (A. Mayer), Aussig (K. Poläk)! Bodenbach (Malinskj') •'

b) Drüsen halbmondförmig oder •2hörnig. Kapsehi ghitt oder nur gekürnelt-rauh, nie warzig. Dolde 5 vielstrablig, Strahlen wiederholt 2spaltig.

a.) Beide (Seckig rundlichen) Vorblätter ' an den nuteren Rändern bis auf 2 seitliche Einschnitte zusammengewachsen. Stengel im ersten Jahre steril, beblättert, erst im ■2tcn blühend.

12. E. amygdaloides L. Blühende Stengel aufsteigend, stielrund, zerstreut behaart, um die Mitte dicht, oben entfernt und kleiner beblättert, unten blattlos. Blätter flaumig, ganzrandig, die unteren länglicli-veikehrteif<')rmig oder länglich -keilförmig, in den Blattstiel verlaufend, die oberen länglich oder oval, fast sitzend. Hüllblätter verkehrt oval. Drüsen langhörnig. Kapseln fein punktirt, kahl.

Schöne, kräftige Art. Das vielköptige Rhizom treibt einen ansgebreiteten Rasen nnfrucht- barer einjähriger und blühender 1 2' hoher Stengel. Die erst weichen, hellgrünen Blätter oder Ijälirigen Triebe überwintern, werden dann lederig, die unteren fallen ab. Drüsen gelb oder purpurn.

2|. April, Mai. Auf lichten Waldplätzen, steinigen Hügeln im niederen Gehölz im östlichen Böhmen. Cäslau (Veselsky) ! Libaü bei Chrudim (Patzclt)! bei Leitomysl in der Fasaneric Chlumelc auf Kalkboden! bei Landskron (Erxleben)! vielleicht im Olbern- dorfer Grunde. Alle Standorte uuter demselben Breitenkreise!

ß) Vorblätter frei. Stengel gleich im ersten Jahre blühend.

*) Blätter unter der Mitte am breitesten, nach vorn mehr weniger verschmälert, etwas derb, steif, fettglänzeud.

13. E. lucida W. Kit. Blätter länglich-lanzettlich oder lanzettlicb, am Grunde meist geöJtreli abgerundet sitzend, seltener verschmälert, stumpf oder stumpflich, selbst ausgerandet, mit oder ohne Stachelspitze, oberseits stark fettglänzeud; Seitenadern sämmtlich kurz, etwas schief zum Bande verlaufend und netzig anastomosirend. Voi'blätter rauten-eiförmig, so breit als lang, sehr kurz bespitzt. Urüseuhörner lang, fast parallel vorgestreckt.

Stengel l''.^— 4' hoch, meist röhrig, dicht beblättert. Blätter satt gi'ün, unterseits bleicher, Ilull- und Vorblätter bleich gell)lich. Doldeustralilen und sonstige ]31üthenzweige meist kurz, selbst kürzer als die stützenden Blätter; öfter auch beblätterte sterile Zweige unter der Dolde. Varirt ci) latifolia, Blätter länglich, lanzettlich, bei 3" Länge 6—10'" breit, und ß) angustifolia Tausch, Blätter schmallanzettlich, bei 3" Länge nur 3 - 4'" breit.

2|. Juni, Juli. Auf Triften, "Wiesen und in Gräben in der Nähe der mittleren Elbe, zerstreut, bisweilen gesellig. Am häufigsten um Podebrad: Wiesen gegen Pecek zu, bei Libic, auf der Blato-Wiese, bei Kfeckov! Bei Kolin in der Dubiua, im Radovesicer Revier (Op.) ! Neuhof (Veselsky) ! Wälder bei Kladrub ! bei Dasic in schwarzem Thou- boden! (zuerst von Mann 1819 gef.).

14. E. virgata W. Kit. Blätter lanzettlicb oder lineal-lauzettlicli, am Grunde in ein ganz kurzes Stielchen j}lötzlich sugeschweift, spitz oder stumpflich und zugespitzt, oberseits schwach fettgläuzend; die untersten Seitenuerven mit den Hauptnerven fast parallel, uuter sehr spitzem Winkel langhin zum vorderen Bande verlaufend, mit sehr schirachen Seitenadern. Vorblätter rautenförmig queroval, qwyrbreiter, ausge- zeichnet stachelspitz.

Stengel dicht, hart, ruthenförmig, 1—2' hoch, minder dicht beblättert. Blätter trüb oliveu- grün, Hüll- und Vorblätter meist grün, obwohl lichter, seltener gelblich oder röthlich. Duldenstrah- len und tiefer stehende Blüthenzweige verlängert, dünn, unter diesen liiiutio; lieblätterte, theils nur sterile, theils eine Enddulde tragende Äste. Varirt eheutalls «) latifolia, Blätter unten bis 5'" breit, nach vorn stark verschmälert, und ß) angustifolia, Blätter 1—3'" breit, nach vorn wenig verschmälert.

1 24 ]S£ercurialis.

2\. Juni August. In Gräben, auf Ackernlndein und in Feldern, Triften, besonders in schwerem Lettenboden, nur im wärmeren, niedrigeren Lande, zerstreut, oft nur vereinzelt. Bei Prag vereinzelt: Loreuicberg (Op.)! Kosir und Motol (Op.)! Tfebusic bei Sclilan ! Vinci- vor Brandeis in Strasscngräben (Op.) ! Sehr häutig und auch zahlreich um Podebrad, daselbst meist in schwarzem Letten : bei Pätek, Senic, um den Voskoberg und oben auf demselben, bei Libic! Wälder bei Koi)idlno (Pospichal) ! zwischen Jicin und Brody (Polak)! bei Miinchengrätz unter dem Berge Horka (Sekera), bei Zvol nächst Jaromef in Feldern (Knaf)! Bei Hohenelbe (Kablik)! eine ungewöhnlich hohe Lage. Bei Leitmeritz an der Strasse vor Schüttenitz in Gräben und im Kleefeldc zahl- reichst! auch auf den Eibufern (A. Mayer). Dämme der Kommerner Seewiesen (Rotli).

Anme rkun.c:. VAnc besondere Form, violleicht eine E. lucida .-, virgata, fand ich auf der JUatowiese bei Todebrad, wo beide Arten wachsen. Sie stimmt mehr zu K. virgata, besonders in der Aderuiis und Zuspitzung der lililtter, aber diese sind dicht gestellt, hellergrün, auch rötli- 1 eh angeliuifeii, 4-5'" breit, vorn wenig schmäler, auch die Doldeustrahleu und tiefere Blüthen- zjweige kurz.

**) Blätter vorn breiter oder gleichbreit, zur Bas's verschmälert, ziemlich dünn, undeut- lich geädert, heller grün und glanzlos.

15. E. esula L. Schui)penblätter am Stengelgrunde ^ur Bl'ätheseit abge- fallen. Blätter verhehrt-lansettlich oder lineal-länglich, zur Basis heilig verschmälert, sehr kurz gestielt, meist stachelspitz, die der unfruchtbaren wenig zahlreichen, oft fehlen- den Seitenzw^eige etwas schmäler. IlüUb'ätter länglich oder eilänglich, fast sitzend oder kurzgesticlt. Vorblättcr quer cirhombisch, herzförmig, meist stachelspitz, grün oder gelblich, krautig oder etwas häutig.

1—2' hoch. Varirt auch breit- und schmalblättrig, dann die Blätter nur 1'" br., wie bei E. cyparissias, mit ihr leicht zu verwechseln.

2\. Mai Juli, einzeln auch später. Auf Rainen, Triften, mageren Grasfluren, Ufern, an Wegen, in niedrigeren Lagen besonders auf sandig-lehmigen Anschwemmun- gen bis 1000' hoch verbreitet und gemein, darüber seltener, in Gebirgsgegenden oft ganz fehlend.

16. E. cyparissias L. Schuppenblätter am Stengelgrunde j^ur Blüthezeit noch vorhanden, gedrungen. Blätter lineal oder lincalkeilig, vorn breiter, sehr kurz gestielt, meist ohne Stachelspitze; die der unfruchtbaren, zahlreichen, erst nach der Blüthe recht ausgewachsenen Zweige schmal lineal.^ fast fädlicli. Hüllblätter aus breiterem abge- rundetem Grunde lineal. Vorblätter quer eif.-rhombisch, fast herzförmig, meist stumpf- lich, bleich, gelblich, meist dünn membranartig.

V, 1' hoch. Perigon und Drüsen kleiner als bei voriger. Die Fruchtpflanze durch die schmallilättrigen sterilen Zweige sehr eigenthündicli und von der Frühlingspflanze auffällig ver- schieden. — Eine cigenthümliche Abnormität (yar. pinii'olia Opiz!) sah ich von Prag und erhielt ich von P. Mardetschläger von Krummau aus Äckern (als E. segetalis), nämlich mit sehr dichten, zahlreichen, 2'" breiten Blättern, die nach oben am llauptstengel ganz allmählig in bleiche, breite Deckblätter, mit kurzen ülütlienzwei.nlein aus deren Achseln, von der Gestalt der Vorblätter über- gehen; der Stengel ist also pyramidal verjüngt und die sterilen Zweiglein auf tiefer stehende Laubbiätter beschränkt.

2\. April, Mai, einzeln auch noch später. Auf Sandl'eldern, mageren Wiesen und Triften, dürren Hügeln, lichten Waldblössen, auch auf Kalk, wohl im ganzen Lande gemein und sehr gesellig; geht auch in höhere gebirgige Gegenden, z. B. im südlichsten Theile noch am Bergabhang der Moldau gegen Rosenberg massenhaft.

2. Mercurialis L. IMiiaelkraut.

1. M. pereniiisL. WtirsclstocJc kriechend, stellenweise kurzgliedrig, knotig, ästig. Stengel einfach, unterwärts mit schuppenförniigen Nicderblättchen. Blätter länglich-lan- zettlich, läiiglich-eiforurig bis eirundlich, kerbig-gesägt. 9 ßlüthenstiele 1 3blüthig, blalt-

Juglans. 125

achselständig, viel länger als die borstig-rauhhaarige Frucht. Narben auf der ganzen Innenseite dicht papillös.

a) genuina. Blätter länger oder kürzer gestielt, eilänglich oder länglich-lanzettlich. 9 Perigonzipfel eilanzettlich.

b) ovata (Sternb. & Hoppe spec). Blätter sitzend oder die untersten ganz kurz gestielt, eiförmig oder rundlich-eiförmig. 9 Perigonzipfel eiförmig, kurz zugespitzt.

Vo 1' hoch. Blätter gegenständig, kurzhaarig oder fast kahl, zuletzt dunkelgrün, au der $ Pflanze häufig breiter; die Paare entfernt, oben am Stengel genähert. Blütlicu •2häusig, J" ge- knäuelt in langgestielten unterbrochenen Ähren. Samen grubig-netzig. Enthält Indigo und wird durch Trocknen dunkel blaugrün.

2|. April, Mai. In schattigen Laub- und Fichtenwäldern, an Waldbächen, zwischen Felstrümmern, in humosem Boden, im Gebirgs- und stellenweise im Hügellande verbreitet, a) Um Prag: Laurenzberg, Hiubocep, St. Prokop, Kuchelbad. Sarka, Künigsaaler Wälder. Radütiner Thal, Karlstein, St. Ivan, Kundraticer Wald, Kamenicer Tiial, Tfebohostic ! Kuttenberg, Stöcken casl., Nimburg, Voskoberg b. Podebrad, Kiuiigingrätz, Chotzen, Leito- niyschl, Brandeis a. Adl., Borohradek, Senftenberg, unter dem Grlatzer Schneeberg, Neu- stadt a. Mettau ! Trautenau, Jicin, Muzsky b. Münchengrätz, Jnngbunzlau an der Iser, Weisswasser, Niemes, B. Leipa, Höllengrnnd, Rcicbstadt, Friedland, Scbluckenan, B. Kamni'z am Kaltenberg. Rosenberg, Tetschcn, LeiMneritzer Gebirge, böbm. Mittelgebirge, Erzgebirge, Brüx, Komotau, Schlackeuwerth, Duppau, Karlsbad. Kllbogen, Tepl ! Auch in Südbölimen häufig: Strakonic am Berge Kuridlol Eleonorenbain, Winterberg, Schöninger, Hochwaldberg bei Gratzen! am Stankauer Teiche im Buchenwalde! u. s. w. Im Böbmer- walde bis in die 2, Region (Göppert). b) Die einzige Angabe: Karlstein (Presl in Opiz Böhm. phan. Gew.) ist mir sehr zweifelhaft.

2. M. annua li. W^lrzel spindelig. Stengel ästig, Äste zum Theile mit den Blütbenzweiglein in derselben Blattachsel. Blätter eilänglich bis länglich-lanzettlich, ent- fernt, kerbig-gesägt, 9 Blüthen zu 1 .'! sehr Jcurs gestielt, fast sitzend in den Blatt- acbseln. Früchte rauhhaarig. Narben zu jeder Seite der Innenfläche mit einer Papillenreihe.

'■.. 1' hoch, ganz kahl. Blätter hellgrün. Blüthen bisweilen auch Ihäusig.

Q Juni Septemb. Auf Äckern, Beeten, Schutt, an Wegen, sehr zerstreut im niederen Lande. Häufig in der näheren Umgebung Prags. Cäslau in den Strassen der Stadt, bei Selau (Opiz). Melnik (Prazäk)! Vidim (Hackel), Jungbunzlau (Hippelli)! Jicin (Pospichal) ! Münchengrätz (Sekera)! Leitmeritz (Hackel), Osseg (Thiel) ! Laun und Umgegend ! Krumau nur in Kürhengärten (Jungbauer).

Buxus sempervirens L., der Buxbaum, (mit einhäusigen Blüthen in blattwiukelstän- digen Knäueln, 2samigen Fruchtfächern), aus Südeuropa, wird nur in Gärten und Parkanla- gen gepflanzt.

28. Ordnung. Ju^laiideen DC.

L Juglans L. (pait.) Wallnuss.

t 1. J. regia L. Blätter gefiedert. Blättchen 5 9 (meist 7) sitzend, länglich oder länglich-ellipti>ch, kahl, nur in den Nervenwinkeln bärtig, geschweift: (j Kätzchen seitlich, walzig, lang, hängend, Q Blüthen 1 3 in kurzer endständiger Ähre. P'rucht mit glatter Schale, 40 - 80' hoch.

tp Mai. Aus dem Orient, häufig gepflanzt in wärmeren Lagen; Blüthen und Blätter leiden oft von Frühjahrsfrösten.

126 ^inus.

2i). Oiduiiiig".