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Erfinmn n get. 5

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Johann Beckmann, ordentlutem Profeſſot der Oelonomie au Göttingen...

Leipzig, SE - in Detage Paul Gotthelf Kummer. ı 7 8 0.

Erfindungen.

* Johann Beckmann, ee Veit 7 eifine im iu Göckfgen

de 2 4412 J

Einer Ban.

De.

—. Leipzig, j m Verlage Paul Gotthelf aunmer 17 J =

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J 7119

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Senrc. ep. 64. :

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Sales a E-24-37 2)

47

7 To dv äpxg kunpiv, dv 75. rehevrä viveray renniyedu. Arifos.

N oOmnium rerum principia parva funt, fed ſui⸗

. progrefhionibus ua, augentur.- - ‚Cicero de finib. ib. 5.

1—

Nun

‚Borrede

i Na Beytraͤge jur Geſchichte der Enfin⸗ dungen verſpricht der Titel. diefer Bogen. | . Anermwartet wird es alſo mie nicht ſeyn, wenn Leſern manche von mir nicht genutzte Nach⸗ ichten beyfallen. Dieſe, welche ic) hier. Hiefte,. habe ich geſamlet und bearbeitet, wenn ich, durch Unterbrechung meiner ge⸗

woͤhnlichen Befchaͤftigungen, eine Exhohlung, gewinnen wolte; wer aber. einmal zur Er⸗ holung jagt, iſt weder gewillet noch ver⸗ ppflichtet, alles, Wild zu treffen. Ich ſage mit Columella; Vt in magna filva boni venatorn ed, Ändagahtem feras quam plu-,

a . . Fimas

Vvortede

rimats capere: nec cuiquam culpae fuit

non omnes cepiſſe; ita nobis fatis abunde- "que eft, tam diffufae ı materiae, quam füs-

cepimus, maximam partem- tradidiffe.

- Wollen efer mit Ihre Beytraͤge mittheis

“fen, fo will ich damit die meinigen dankbar -

beteichern.

Ich weis es zum voraus, dp manche bier Gegenſtaͤnde finden werden, die fie der von mir darauf verwendeten. ‚Mühe unwerth

\ halten ; aber diejenigen, welche wiſſen, wie

telativiſch unſere Urtheile uͤber Brauchbar⸗ keit und Nüglichkeit find, werden mir die ihrigen nicht zur Laſt legen; und welche dieß noch nicht gelernt · haben, oder für allen Ei⸗ gendänker nie lernen koͤnnen “ind welche alſo Erz, worin fie, nicht gleich gediegenes Gold zu erkennen meynen, für taubes Ger: fein anfehn und über die Halden werfen, find Feine groffe Kenner, laſſen ſich gewiß oft durch Katzengold betriegen, und kuͤm⸗ mern. mid) ſo wenig, als die, welche uͤber⸗ hauot nicht zu wiſſen verlangen, wie Erfin⸗ dun⸗

J J A}

vaorreed'e. dungen entftanden und allmaͤlig zu der jehie. . gen Nusbarkeit gediehen find. Letztere we⸗ nigſtens Tonnen Doc) nicht vorgeben, daß „fie durch den Titel dieſer Bogen zum Ans Fauf und een derfelben verleitet wären. %

"Wenn, & ein Fehler if, daß ich die Be nennung: Erfindung, weiter ald vieleicht“ gewoͤhnlich ift, fo gar über Polizey-Anſtal⸗ ten, „ausgedehnt habe, fo wird er doch wohl unſchaͤdlich und verzeihlic) feyn,

ch habe die angeführten Bücher, ‚mel:

che ich ſelbſt gebraucht habe, gemeiniglich

mit einen Sternchen bezeichnet, und durch Einſchiebung Feiner Nachrichten von ihnen,

“vornehmlich von den feltenern, meine Aufs °.

fäge reichhaltiger.. und angenehmer zu mas hen gefucht. Damit mir die niemand übel auslege, Tage. ich felbft, daß die Kentniß und der Gebraud) diefer Quellen für mich ‚Kein vollroichtiges Verdienft iſt; da ich das Gluͤck habe, die vortrefliche Bibliothek uns = Univerfit, u und moleich die Freund⸗ se

J

4 Vorride

fehaft ihres zweyten Bibliorhekars, des Hern Profeſſor Dieze, nutzen zu koͤnnen. Sei⸗

ner ſeltenen Buͤcherkentniß, ausgebreiteten

Gelehrſamkeit und Neigung zu ähnlichen Uns

" terfuchungen, habe ich viel zu danken, und

ich geſtehe es sen.

Uebrigeng Bin i6 nicht aboeneigt, von:

Zeit zu Zeit mehrere Stuͤcke dieſer Beytraͤ⸗

"ge, und bey dem- vierten ‚ein vollſtaͤndiges

Regiſter, zu liefern. Goͤttingen den 28 Februar 1780.

Inhalt.

Inhal t. r. Voin Italieniſchen Buchhalten. S. x Cucas Paciolus von Zurgo 23 Erſtzis engliſches Buch vom Buchhalten. - 7 Erſtes teutſches Buch vom Buchhalten. - 8

Lameraliſtiſches Buchhaiten. 13 J

2. Odometer / Wegmeſſer. 16

Zebann Semi. - - 7-17 . Bein dulfien - | =: : Poſtzeiger. -. -..- 19 Hoblfelds Leben. . -. 2442

3. Notenſetzer, Exrtemporirmaſchine. as 4 Brantewä. - 2.08 Miindshid. -. - - -M She

-Inbate nn

Pa Ciheitung des Goldes and Silbers

durch Queckſilber. Vergoldung mit amaldama. Bere Golbwaͤſche. - J 46

Doſepb Aeoſtcac. —247

Queckfilberwerke in Peru. 47 enrique Garces. Ne Aloarus Alphonſus Barba. - - 51 .

Die trockne Vergoldung. 58

Erfindung des Goldfirniſſes. —66 „Erleuchtung der Gaſſen. 62 zu Antiochia..—63 zu Caͤſarea in nr 65. zu Rom, ne * 267 zu pans. J——— 3 70 De la Reynie, erſter poich· ieurnam 73 zu Eondon. - -_ -.15, au Amfecdam. =, = m

"zu Hang und Kopenhagen ° 70 Ba

Inhalte j Wenedig, Mabrit, Philadelphia. 20 Hamburg, Berlin ——281 Wien, Reipsig, Brankfust, . - 33 Cafe. ii u Kalle, Göttingen. - 84

"9. Die äfteften Sücherpiigien. -, 8 in England. oe 98

in Spanien. wu - eng 10. Blipereenfur ro. 95 J Aelteſte Verordnung uͤber die Biden uͤr. lor 11, Kalender. a ©"; Kalender⸗Praltila. - = 109 Wiejährige. Katender. ze Simon Marius, . = 2.7.

. Jobann Stöffler. - - 0. 118 : ätteften Ephemeriden. 140 „ha connoiffance des tems, - EL

= Bande

13.

Inbare m

12. "Bandmühte 1 En. 12

Lance ee a Borbem u... - Tim Dalneiches Werbole = A. 128 Teutſches Verboth. ur \-130 Bieeruf des 6 Werbe F - 132,

Vachettht d von dem ſeltenen Buche,

des Vannuccio Biringoecio Piro-'

i technia.: Fa BEE - 13 \ Nachricht von dem Werfaffer. - 135 - Verſchiedene Ausgaben. _ = 136

Vetſchiedene Ueberſetzungen. 142 Inhalt des Buchs.

J J un = 8*

= . r.

Vom Iineniſchen Vuchhalten

wenn er fi

nach Italieniſcher

was einhildet.

der ſie kennet, fuͤr bringt, durch Auwendung der Lehre von eng gegengefeßten Groͤſſen, ein Gewirr von zu endlich mannigfaltigen Geſchaͤſten, in eine ſolche Ordnung, fie mit der größten Leich⸗ tigfeit.und Genanigfeit, zu allen Zeiten über: ſehn werden koͤnnen; durch eine wißige Pro; fopopdie macht. fie, daß von jedem‘ Geſchaͤfte jederzeit Gewinn’ und Verluſt bald bemerkt, -

And genau beſtimt werden fan, ohne daß gleich⸗

wohl der Bedieme, der die Bücher zu führen bat, oder der Buchbaner, weber das. ri BEE ns

\

2 1. Vom JZeelleniſchen Bucbalten.

j ur ‚das andere, ohne. Willen des Patron,

jurechnen fähig wäre. ie verlangt To sit Kentniß, Aufmerkfamfeit, Machdenten und Benrtheilungskraft,. daß Re darin nicht wenige Arbeiten fo genanter Gelehrten "weit übertrife, wiewohl frenlich Die meiften Kaufz leute, ohne die Gründe der Megeln, welche ' fie befolgen, zu kennen, ihre Bücher eben fo mechanifch führen, als manche Gelehen die ihrigen ſchreiben.

Die Benefttungen: Jtalieniſches Buch ·

hal ten,‘ doppia ferittura und die vielen Kunſt⸗

u

woͤrter italienifcher Abfunft, die noch in allen Sprachen beybebalten find, machen a6 ſchon wahrſcheinlich ; daß die Erfindung: den Ita⸗ lienern gehoͤrt, und daß ſie der Auländer auf Italieniſchen Contoiren, ‘als noch der Oftins diſche Handel fiber Italien ging, zugleich mit Der’ fo genanten Wälfchen Praftif, das ift mit, Ver Menge Abkuͤrzungen Rec:

‚nungen, giemt bat;

De la Porte fagt in La eiense des uego- cians st teneurs de hures; Paris 175 4.8 * Sei⸗ ten XH: Vers Yan 1495. frere Lue Italien de

nation, en fit imprimmer un traite en Italien;

c’eft le plus aneien auteur:que j’aie ſur cette matiere. Anderſon ſagt in Hiltorical and ‚ehronological dedudtion ofthe origia of com:

. merce

#7

1. Dom Italieniſchen Buchhalten ·/ merce J & 208: In all probability, this art „of Doubie-Entry sceounts had its rife (or at Jeaſt its revival) amongſt khe mercantile cities .

of Italy; ‚poflibly, it might be firſt knowu at Venice, about the time that aumeral Alge- bra was taught there, from the principles of which fäenee Diuble-Enf’y,:or what we call. Metchants+ Accounts feeıns to hava been de.’ -duced, : viz. about the middle,o£ the XVth cen- tuty. Ktisfaid,: that Lucat de Rurgo, a frin,. was the firft: European author, - who publifhed his älgebraic work'at Venice.anno 1494. Afo ein-Mönd, Lucas von Zusge ſoll de erſte Schtiftſteller von der Doppeibuch⸗ heltung, und ſein Bud) ums Jahr 1494 zu Venedig gednedt feyn.

. Die Schriften dieſes Mannes, ber zu den größten Mathematikern des 15 Jahrhunderts’ gehört, “und der fuͤt den gehalten wird, wel: her zuerſt die Algebra aus den Schriften der Araber gelehtt dat, fehlen noch Auf Hiefiger Untverfitäts Bibliothek, und ich Tan feine andere Rachrichten von ihm ertheilen, als die ich in italieniſchen Büchern gefunden. habe, Er heißt Lucas Paciolus, e Burgo S. Seppl-, chrii. Er war ein Ftanciſcaner, und zwar ein Minorit. Seinen Zunamen hat er nicht ſo wobl von feinem Orden, wie Wolf meyn⸗ ‚te, ſondern von einer/ Stadt in Ducato di \ AaUrbino

u

4: 3. Dom Jkalieniſchen Buäbalten. '

Urbing an der Slorentinifchen Gran, wer he Borgo $:.Sepulchro heißt. In dem Japs

re 1494 find wuͤrklich arithmetiſche Werfe in

italienifcher Sprache von thm zu Venedig ges druckt worden, j .

In dem von Beyer, Vogt und andern

zu den ſehr ſeltenen Werken gerechneten Bus qe: Scriptores ordinis minorum, quibus_a0- ceſſit · ſylſabus illorum, qui ex eodem ordine

pro fide Chriſti fortiter occubuerunt Re- ,

„. eenfuit Fr... Lucac Waddingus, ejüsdem, infti-"

tuti theologus. " Romae 1650. fol. *. ſteht S.

. 038 folgende Machricht.

“Lvcas Pacıotvs, E Bvrco 8, Serrt- „CHRI, prope fines Etruriae, omnem pene

v

„rationem mathematicae difciplinae Italica-in- "

.„gua complexus eft; conferipfit enim: -

“De.divina proportione compendium. - De arithmetica.

“De proportionibus et proportionalitatibus > "

yopus egregium et eruditum, rudi tamen

„Minerva, ‘ad Guidobaldum Urbini ducem, “De quinque corpotibus regularibus. '- “De majusculis alphabeti litteris.pingendis, “De corporum folidorum et vacuprum fi-

z„cuſa. ſunt omuia Venetiis anno 1509.

ranſiu·

ꝓguris cm ſuis mwomenclaturis. Ex-

1. Vom Italteniſchen Buchhaleen. v

“Tranftulit Euclidem. in linguam Ialicam.

„et alia ejusdem fcientiae compoſuit

„opufcula, eat diefes Verzeichniß iſt p. XLVI in in diee materiarum, ohne, Zufäße wiederholt. Auch ſteht dieſe Nachricht, ausgenommen

dasjenige, was ich hier, curſiv drucken laſſen,

bereits in Bibliotheca inftituta a Conr. Gef

nero, aufla per Jofam Simlerum. Tiguri 3574 fol, * Seite 456 unter dem Artikel Lucas; nur ift auch noch daſelbſt angemerkt worden, daß die oben angeführte Ausgabe von 1509 aus 78 Blättern beſtehe.

Alles, was man bey Wadbing lieſet, findet man auch in Bibliotheca Umbriae five de feriptoribus 'Umbriae , auclare Ludovico

Jacobillo. Fulginiae 1658. 4 * p. 180, nur .

ſind daſelbſt noch folgende angeführt, ‚die, - auffer Wadding, Nachricht von Paciolus ha⸗ ben ſollen: Tefignams, Hieronymus Gherar- dus in commentario Burgi S. Sepuleri;. Ra- phasl Bombellus mathematicus celeber; et Ra- Phael Kalaterranus. Aus biefer Biblioth-Um- ciae ift der Artikel: Paciolus im’ Jocherſchen Gelehrten texicon genommen. 8

Um bien alteſte Ausgabe der Schriften des &ucag befiinmen zu koͤnnen, ſchlug ich folgen

he wenchande der Auen! in Ralien gediua·

"ır

. 62: Vom Italieniſchen Buchhalten.

. ten Bücher nad): Origine e ‚progrefli della ftampa, o fa dell’arte mprefforia e notizie dell” ·· opere ſtampate dall’ anno 1457 fino all’ anno 13600; in4to, 448 Seiten *. Unter der Zus _ eignung ſteht: Pellegrino Antonio Orlandi. Bologna 1722. Seite 43 ftekt unter den Buͤ⸗

chern, die zu Venedig ben Paganino de’ Pa- ganini Brefciano gedruckt find: Fr. Lucae de Burga $. Sepulchri arithmetice et Geometria -- italice; caradteribus Goth. fol. 1494. Eben Diefes wird S. 358 unter dem Namen Lucas, auch ©. 377 unter dem Namen Pacialus wies derbolet, ‚mut. beißt es hier: Liber.de Alge- bra. Ven. 1494 per Paganinum. : Das iſt alfo die Ausgabe, deren de la Porte und Ans

derſon gedacht haben. Vermuiblich iſt esein

Druckfehler, daß in Bibliotheca Thuana 2 p. $3 für eben.diefes Buch nicht das Sahr-1494, ſondern 1464 angegeben ift, Wolf führt in - * feinem kurzen Unterricht von marhematis

ſchen Schriften; Frankf. und Leipjig 1737

Seite 34 die. Ansgabe von 1494, und ©: 7 eine andere von 1523 an, und fagt, letze⸗ tere halte 6 Alphab. 10 Bogen. Wer die Verdienſte des Lucas um Die Mathematik näs ber kennen will,. den verweife ich auf: Heil: bronneri hiftoria mathefeos univerfac. Lip- fiae 1742: 4* p g20. Hifloire des mäthe- matiques par M. Montutla. Paris 1758. 4* tom. I p. 441, 476. Hifloire des presse . . ON * —8R

I

1.

n Dom Italieniſchen Bichhalien 7

de Pesprit humain ‚dans ‚les fciences exadtes par .Saverien. Paris 1766. 8 * p: 18 und. 38. Aber. dje Werdienfte des Lueas um die Dop⸗

pelbuchhaltung, bin ich oher zu beſtimmen nicht im Stande;

Anderfon Tagt 1©. 409, er beſthe ei das erfte in England gedruckte Buch, worin die doppelte Buchhaltung gelehrt worden; es ſey zu London 1569 in Folio gedruckt; der Verfaſſer heiffe Iames Peele, und fage in der Vorrede, daß er in.diefer Kunft.viele Kauf⸗ leute unterrichtet habe, daß dieſe zwar in an dern Ländern ſchon laͤngſt gebräuchlich gewe⸗ fen, aber in England noch gewiſſermaaffen nienu ſey. Man fanden Hr. Anderfon zu traus en, daß er den Unterfchied zwiſchen der ein⸗ fachen und doppelten Buchhaltung fenne; ins | zwiſchen fährt. er nichts-an, worans man ſchlieſſen fan, daß Peele die feßtere, nicht die. esftere gelebt habe. Denu was er von Crei ' . ‚dit'und Debet fagt (welches in der teutfchen Ueberfeßung, fo wie manche andere gute Ans merkung, ausgelaſſen iſt), beweiſet nichts, da es auch auf die einfache Buchhaltung paſ⸗ ſet. Ich finde diefen Peele nicht in des. mes + 1ypograpbical antiquities; wohl aber dafelbſt noch ein öltered Buch vom Buchhalten. Naͤm⸗ ich ©.410 wird folgendes genant: A briefe inicuctioũ, how to-keepe bookes ' N . 4 a

vr J

81 Vom Takenifihen: Buchhalten. of accompts after tie order of debitor and rei

ditor, and 'as well for proper accompts par« tible, Ke. By: three-bookes.named, the me. moriall, journal, and leager. Newiy ur

mented and fet forth by Zohn.Mellir , fcho

maifter, London 1588. 12. Mlellis fol in der Vorrede ſagen, daß er nur der zweyte Herausgeber dieſes Buches fen, welches det

Schulmeifter Hugh. Oldeastle ſchon 1543 zu ‚sondon Habe drucken faffen. Ich wolte doch

wohl aus dem Titel, vornehmlich aus den dreyen darin genauteh. Handelsbüdhern, ver; muthen, daß in dieſem Werke fchon Die wahs

r Doppelbuchbaltung.gelehrt fey. Eine ans

J

dere Ausgabe, wie es ſcheint, iſt von Ames

©.261, aber auch vom Jahre 1588 in 8, angeführte ° - N 2

7

Das alteſte deutſche Buch von bee Dom velbuchbaltung, mas mir noch zur Zeit.bes:

Kant gemorden ift, hat folgenden Titel! Hin

Teutſch verftendig Buchhalten für Serren „oder Geſellſchaffter inhalt wellifchem pro: "ce, des gleychen vorbin nie der jugent

fürgerragen worden, . noch in druoͤck

kummen dutch Joann Borlieb begriffen vpnd geſtelt. Darzu etlich pnterricht für

die jugent vnd andere, wie die Poſ fo auf. feglicher handlung flieflen und

fallen, ſollen im Jornal —** ET , end-

{

- > 7

1. vom Jeiienifen Buchbelten. "pre Buchhaltiſcher Are gemacht, inge

ſchrieben, vnd nach melß zu Buch ge⸗

pracht werden. Cum Gratia et Privi⸗ iegio. Laus deo. 1531. Jarn. Am En⸗ de ſteht: Gedruckt zu Klureniberg durch

FSridrichen Peypus.Ich habe dieſes Buch

aus unfgrer Univerſitaͤts Bibliothek. wor min, Es beſteht aus fechftehalb Bogen in Quark, In der Vorrede nennet. fih der Verſaſſer:

* Burger in Nuremberg., und fagt, er wolle

liefern: PA Puchhalter ſche manier oder mus after fo Teutſch verſtendig vnd unvertunckelt,

"begleichen vorhin nie. in druck kummen. —⸗ ü

Auf ſcheint er fein Buch ſelbſt für. das erſte

ſeiner Art in Teutſchland gehalten zu haben.

Nah der Vorrede folgen einige Beyſpiele, wie man Poften in dag Jornal tragen foll, wenn man 3.8. bares Geld empfangen, wenn man Waaren um. bares Geld oder auf Zeit - eingefauft-oder verfauft.bat, u. f wm Ich

will en Par Beyſpiele abſchrei

“Sp ich umb pargelt kauff.“ “Wachs hab ich faufit-[| Vmb par, rgelt von H. F. 2 ſtuͤck ya lauter 1184 des „ientner,p, 14 ſt thut. · So ich umb pargelt verlauff. “Adi 4 Ditto· . Pargelt gab: ich erlangen von R a. Hl

fur um gel 13

»21 vnz wettel geltp. - ne

BE 7 Se

Zr J N ..

. 10. “x. Vom Italieniſchen Buchh altem

Hernach folge:: Jornal oder teglich ‚buch. In dieſem iſt ſchon, ſo wie jetzt ger braͤuchlich iſt, auf jeder Seite linker Hand vor der, Linie, über einem horizontalen Strich, die Geite des Schuldners im Hauptbuche, und unter dem Striche die Geite des Gläus ‚bigers :oder mehrer Glaͤubiger bengefeßt wor⸗ den. Naͤchſtdem folge; Schuldbuch fampr ſeinem Guͤtterbuch. Das Schuldbuch ent⸗

bhaͤlt allein die Conti der Perſonen, und zwar zuerſt Conto des Kaufmanns, Doc noch nicht unter den verſchiedenen jeht gebräudhfic en Tie teln: Capitälconto und Caſſaconto; fondern hiet iſt nur das bare Geld, was der Here zur

Handlung eingelegt bat, verrechnet, ohne be⸗

ſondere Weberfchrift. Der, erfte Poften der ünken Seite heißt deswegen: “Pargelt hab ich empfangen abi 17 Sunii } . on mie. Hans Gotlieb, a car⸗ otha⸗ are Der erfte: Pofien der rechten Seite iſt: “Pargelt Hab ich außgeben adi 18 Junii für wax - -. = cartha Auf: ‚jeder Seite find linker Hand zwo Li⸗ nien gezogen; vor- der erſten fteht Die Geite . des Jornaͤls, vor. der.andern der Tag; rech⸗ ter Hand ift vor den Geldlinien eine andere ezogen/rino, fo wie noch uͤblich iſt, die Seitenzahl des Debitors oder des. Creditets . ngglgeh. Dach Den Giguibbude feige £ vr as

3: Vom Tichenifien Buchhalten 31.

das wahr. oder Bürterbuc;: Alſo hat der Verfaffer die Waarenconti von den; Conti de der Derfonen. ganz getrennet.

- Daß bier die währe Dappelbuchhaltung gelehrt iſt, iſt gewiß. Zum Beweiſe will ich folgendes beybringen. Der Kaufmann bar Wachs für bares Geld von Gorg Linger gekauft. Dieß ſteht erftlich unter Rechnung

es Kaufmanns, . oder unter Caffaconto in Credit; ziwentens unter Wachoconto in. De:

bet, u. |. mw. Das Saldiren und Bilancis

zen bat Gottlieb nicht gelehrt, man findet

bier nicht Geroluns: und Verluſteonto, nicht Bilanzeonto. Er entſchuldigt ſich desfals da⸗ mit, daß' ſich folches für die Jugend nicht deutlich genug · ſchriftlich vortragen lafle; da⸗ ber er es dem muͤndlichen Unterrichte vorbe⸗ halten wolle. Ic, will die eigenen Worte einruͤcken; ſie gefallen vielleicht manchen we⸗ gen ihres” kraftvollen Ausdrucks. : Mun folk „ich weyter für die jugent anzengen wie man „bife und ein negliche rechnung abfertigen, „beſchlieſſen vnd probiren ſoll, vnd ben reft, - „er ſey am parmgelt, ſchulden, gegenſchul⸗ den oder an wahre in ein newe Rechnung „tragen, das iſt, rechnung auff rechnung für ren, ynd Die newe, recht und förmlich wir ‚der anfahen, vnd endlich wie. man aufge „machen fol, So wil ſich fie weder bey ber . j jugent

„2 vom Italieniſchen Buchhaltem

jugent noch bey anderu.one augenſcheinliche ieygung vnd werckung nicht woi bilden noch - „pflanzen Taffen.” —. -Daf übrigens die

Doppelbuchbaltung ſchon damals in Teutfchs . Land ſehr üblich geweſen ſeyn muͤſſe, fieht man.

“daraus, daß ſchon Gottlieb gegen vierzigers "

4

ley Veränderungen dekfelben Fante, wobeneer ‚ganz richtig verſichert, daß mer einmal die‘, Gründe dieſer Rechnungsart begriffen hätte, alle folche. Heine Abänderungen, ohne weitene- befondere Anweifung; verfieben koͤnne. Er aörnet auf Diejenigen, welche ihre Lehrlinge

nur bandierfgmäßig anführten, und fie alfo

nicht in den Stand. feßten, in neuern Fällen- ſelbſt Regeln zu -erfinden,. - :

. Maͤchſt dieſem angezeigten feltenen Werks Gen ift das aͤlteſte folgendes, welches mie aber nur dem Titel nach, befant ift: Johann

Neuwdorffers fehönes und allen Zandeler

leuten nuͤtzliches Kunſtſtuͤck, vom Buch⸗ halten vnd der Raufmannfchafft. er .

zund aber durch Cafpar Brunner, Rex chenmeißker zu Augspurg. gemehret, in

Teutſche Beimen verfaßt, auch duch an⸗ geben vnd verlag, mic Tjobft Ammans

nftveiffers zu Nurnberg Handt, in ein

holdſelige, lebendige Figur gebracht, “end endlich zu maͤnnigliches Nucz in holz⸗ ehtd vnd Tau verfertiget. Augsputg 1585. Bu ! N vor

\ Es

x

1. dom. Jeaktenifitien Buchhättön. 13 Es iſt in Wahrheit merkwuͤrdig daß ſchon am Ende des ſechs zehnten Jahrhunderts ſeunand den Einfall gehabt hat, die kaufmaͤn⸗

nifche Weiſe Buch zu halten, beim Kammer⸗ soefen oder bei) den Cameralrechnungen anzur

- wenden. Anderſon erzählt; er befige ein klei⸗

nes Werk in Folio, welches ber berümte Sir mon Stevin im Jahre 1602- franzöfich zu

Leyben unter folgendem Titel herausgegeben habe: Livre de compte de prince & la manicge .

Vitalie: en domaine et finanog. extraordinai-

re. Conitehant te enquoi P’eft exerec 16 .

txes illuflre, ties Excellent prince et feigneur -.-

Maurice, prince d’Orange &e- Jchj’hedaure

"es fehr, daß ich dieſes Buch noch nicht, habe anftreiben koͤnnen. Ich finde‘ davon nicht bie

geringfte Nachricht. bey denen, "Die von’des

Prinzm Maurig und Stevins’teben und -

Schriften gehandelt haben, nitht in des. Bayle

. didtion: hiftorique, nicht. in Andreae biblio- | meca Belgica, nicht in Siwertis, Athenis Belgi.

is, nicht. in Yopi Buche de felentiis‘mathe. inaticis, Yauch nicht in des’ Birard franzöft: ſcher Ausgabe von Steeins Werfen,

Stevin. hat, wie Anderſon erzählt, be⸗ hauptet ſchon die Roͤmer haͤtten die Kunſt Buch zu halten, verſtanden. Ich gebe gern iu, Daß aus des Plinius Worten B. 2 8. 7 nad) Harduins Ausgabe IS. 73: Kartunae

N

- I

omnia _

u.

J

ieitungen beſtimt ſind, zu danken. Einige

. Vsm · Iteleniſchea Buchhalten

omnna Expenfa, huĩe omnia feruntur Adcepta, et in tota raiione mortalium fola utramgüs . paginam facjt; imgleichen daß qus den Kunſtt wörteen: tabulae accepti et expenfi; nomina translata in-tabulas u. f. wi erhelle, daß die Römer Credit und Debet in ihve Buͤcher auf zwo verfhiebene Selten eingetragen habens

- aber unerwieſen und unwahrſcheinlich Deucht

- mirs doch, daß fie Die weit Fünftlichere .dop: pelte Buchhaltung mit den verfchiedenen Con gi über Effecten, Gefchäfte u, f. m. nebſt der Einrichtung, diefe Conti durch einander und durch ‚den. Bilanz: Conto zu faldiren, ſchon ſolten gefant haben; auch waren die Geſchaͤfte der Kauflente-älterer Zeiten, da feine Wech sel, Wechfeleurfe, Aſſecutanzen, Redereyen garen, noch nicht fo mannigfaltig. und ver wickelt, daß fie eine fo ſeht zergliederte kan rechnung batten fodern ſollen.

Wer RS um bie Cametalwiſſen chaft ber

kuͤmmert, weis, daß man feit 18 oder 20 Sapıen in Bien angefangen bat, das Kams merrechnungsweſen welches in neuern Zeiten in groſſen Staten eine ungeheure Ausdehnung bekommen bat, vdrnehmlich durch Anwen⸗ "dung des faufmännifchen Buchbaltens zu ver⸗ beſſern. Wir haben dieſer Unternehmung ſchon viele meiſtens theure Werke, die zu Ans

ſind

'

2 Vom Italieniſchen Buchhalten. it ſind von Hr. Hofrãth Puchberg, andere von Hr. Julian, Priefter der frommen Schulen,

2.

16 ..2. Obometer; Wegmeſſer.

*

2.

Odometer, Wegmeſſer. dometer Pedometer, Wegmeſſer, Schritt _

zaͤhler, beißt ein Werkzeug oder Ri derwerk, womit die Schritte eines Zußgäns gers, oder bie Umlaͤufe der Räder eines Zuhrs werks gezählet, ‚und Alfo die zurückgelegten Wege gemeffen werden Finnen. Schon Div truv hat ein ſolches im 14ten Kapitel des ‚zehnten Buchs, für einen Wagen, ‚und, nach feiner Mepnung, ‚für ein Schiff, angegeben,

>

lende Zeichnungen, welche nichts erläutern,“ .

"findet man in verfchiedenen alten Ausgaben und Heberfegungen, 3: B.’in der italtenifchen, woraus fie auch in die deutfche durch D. Gu-

‚altherum H. Riuium, medic; et mathem. Ba:

ſel 1575, Fol: * gekommen find: : Julius Capitolinus erzaͤhlt in der Lebensbefchreibung.- des Kanfers Pertinar, daß unter den ertauf ten Sachen des Kayfers Commodus geweſen woͤren: vehicula arte fabricae nova perplexis diverfisque rotaram orbibus et exquilitis ſedi. libus, nunc ad folem diclinandum, hunc ad , ſpiritus opportunitatem per vertiginem; etalia

‚jter metientia horasqus monstrahtia. Ob uns...

« ter den legten Worten Schrittzähler zu vers... ' u j . ſtehn

22:Odemerer, Wegmeſſer. 37 ſtehn ſeyn, möchte wohl nicht mit Gewißheit auszumachen ſeyn. Inzwiſchen iſt doch da⸗ bey auch dem Caſaubomus ein Schrittzaͤhler eingefallen. Habes. fagt er apud Vitraviuta , -in korologiorum fabrica ; ‚penhlis, viatpria bt anaporica;. ſed quae aonimiultsen. huc faeiaut. ©. Hißorioe cuguſne firiptores: Rariii.1626, fol, *.p. 56, und in. den. Aumerkungen ©, 2106,. Man hat berrach-woni Diefer Erfindung - mancherley Veränderungen. mad: Verbefferun: gen angegeben, wovon ich hier einige., bie mir bis jebt bekaut gewerdem mid, "era weil, ! f

rt

- Der berůhmte Johan Sernel, eibam der Koͤnihinn Catharmoa ven Meditis, maß im Jahre 1550 mit einem ſolchen Werkzeuge einen Gtad des Meridiaus von Paris nach Amiens. -Er fand ihn. 6gog6 geometriſche

Schritte oder ungefähr 96747 Toiſes großz

das iſt, um 393 Toifes kuͤrzer als ihn Picard Hefunden hat, oder um 130 Xoifes nach den neuern Meffangen. Da, .nach-legteren zu ur theilen, Picard. feibft no bey. feinen mather matifchen Meſſungen, mit Beybuͤlfe der neus een Aftvonemie, um 123 Toiſes ‚geitret hat, fo pi in der That zu vermunden, daß Fernet der Wahrheit mit einem joschen Werkzeuge fo habe gekommen iſt. So viel ich weis, iſt aber die Eimichtung gr nicht mehr be: ant.

a *

18. 2. Odometer, Wegmieſſer.

Aant. Ich hatte Recht, eine Nachricht da⸗ von in dem Werfe,. worin. Sernel feine Meſ⸗ fung beſchrieben hat, zu erwarten... Joannis ıFerneli, Ambianatis, :Cosmothearia, libros duos complexa, Parifiis 1528, fol. *;. aber - da finde id) in Libri primi capitis primi fcho: : ° dis nichts weiter als folgende Worte: “nec - „yulgi fupputstione:fatiatus, vehiculum, quod : „Parifios redta via petebat, confcendi, in eo- que relidens-tota via 17024 fere rotae cir- „Sumvolutiones’collegi, vallibus et montibus 23 aequalitatem quoad facultas noſtra ſere· „bat, redactis. Erat autem rotae diame „te? —. Mehr lieſet man auch nicht hievon in Eratasthenes Batavus de terrae am- bitus vera quantitate a Willebrordo Suellio. Lugduni Batav. 7617. 4* pag. 11335 mehe auch nicht In: Geographiae et Hydrographiae " reformatae libri duodeeim, audote /.B. Ric- ciolio. .Bononiae 1661 fol. * p. 152, wo doch. des Fernel Meffung beurtheilt iſt. Aber in Almagefli novi parte pofleriori tomi primi, . "Bononiae 1651. fol. * fagt.eben diefer Italie⸗ "ner Seite 589, Fernel babe feinen Wagen fo eingerichtet gehabt, daß ein Hammer durch Schläge auf eine Glocke Die Umläufe des Ras. des angedeutet hätte: - “Pracparato. vero iam „curru cum rota quadam cuius fevolutiones » „üngulae fingulis-tympani ietibus numerataeı, ‚„iter Pariſiis rectum verfus Boream docerent, I „Per- ·

2x Odometer, Wegmeſſer. 19

pervenitꝰ u Woher der Jefuit diefes, . gewußt bat, kan ich nicht beſtimmen.

Am befautefien iſt vielleicht der Obometer

geworden, den Levin Bulſius beſchrieben

Bat, unter dem Titel: Vierdter Tractat der

mechaniſchen Jnftrumenten Zevini Hulfs. -

Gruͤndtiiche Befchreibung def Dienſthaff⸗ ten vnnd Nutzbaren Inſtruments Via. torü oder Wegzaͤhlers. Frankfurth am Mayn 1615-4. *. Diefes Werkzeug

nebſt einigen andern findet man auch befchrieben

und abgebildet in Leupolds theatri machina- zum fupplemento, Leipʒig 1739. fol. * ©, 12. Weil Hulfius dieſes Werfjeug Viato- rium nennet, ſo koͤnte man Teicht verleitet werden, die Befihreibung deffelben in folgen? dem Werke zu fuchen: Defcriptio, viatorii, et eompaflus five hoı „logii folaris per Livinam Halfum. Noribergae 1597.in Se des * Uber Darin findet man nichts Davon, ‚Sondern dieſes Büchlein ift ein Meilenjeiger sder Pofheiger, in dem-man die Wege von einem Orte zum andern, die Namen der Der: ter und ihre Entfernungen von einander ans "gegeben findet, _ Einen folhen Meilenzeiger bat ſchon Sebaftian Muͤnſter ausgearbei⸗ tet, der von Dryander 1544 zu Marpurg verbeſſert herausgegeben iſt, und aͤhnliche Werke Gehe auch Daniel Winzenberg (eurfe-

. x 5

20 2. Odometer, wegmeſſer.

(curſorum praefectus, Poſtmeiſier) 18559 ju

Dresden, Georg Weyr 1563 ju Augsburg⸗ Sieronym. Veſſel 1589 zu Leipzig geliefert; Doch mögen wohl die ttaltenifchen Bücher: Li poſie per disverfe parti del mondo, noch Altes ter ſeyn. J Pa

tn. B Bions mathematifche Werkſchule, vers mehrt von Doppelmayr; vierte Auflage,

‚Nürnberg 1741 14 *1 ©. 99 beſchreibt

ebenfals einen Schrittzäßler, und ruͤbmt züs

gleich. die neue Erfindung eines Sauveur.

Im Jahre 1724 hat Meynier einen neu⸗ en Ddgmeter der Parifer Akademie vorgelegt, wovon matt eine Meine Machricht vhne Zeich⸗ nung in Hiftoire de Pacademie,, annde 1724

P. 96. findet. eo:

Math ihm verbefferte Outhier dieſes

Werkzeug; auch dieſe Verbeſſerung iſt in Hi· ſdire del’academie, 1742 p. 145 ohne Zeich⸗

nung beſchrieben. Aber die voilſtaͤndige Ber

ſchreibung nebſt der Zeichnung iſt nun bekant gemacht worden in: Machines et inventions

‚approuvdes par l’academie. "Tome ſeptieme.

Paris 1777. 4 P. 175- \ Eine Beſchreibung, nebft einer fleinen . . unzulänglichen Abbildung eines Schrittzaͤh s ‚ters

2. Mdometer Wegmeſſer. 21

ders findet. man - auch” in Encyclopedie XL. p.

- 350, Artikel Odometre, Die dazu gehörige

\

Zeihnung ſtebt im fuͤnften Bande der Kup⸗ er, oder ta quatrieme livraifon, unter dem

‚Hrtifel Arpentage. Tab. 2. kKg. 23. Derſel⸗

ıkige Mrtifel iſt zuch in der unter des Selice -

Aufſicht verdorbenen Ausgabe dieſes groſſen Werks beybebalten morben; nur hat man am Ende ein Stuͤck weggelaſſen.

Zu den neueſten and vielleicht volllommen

Yen Tofndungen diefer Art gehört biejenige, ‚welche ein-Künfffer in Berlin, namens Hohl⸗

feld angegeben hat. Eine furze Nachricht ıdavan ‚Hefet man im Samburgifchen Ma

in X. ©. ‚218; . eine ausführliche Ber Fun mir noch nicht vorgefommen; aber aus:des Hrn. Profeflors Bernoulli Rei⸗ fen durch Brandenburg, ‚Pommern . Erſter Band, Leipzig 1779. 3. ©. 33 weis ih, daß ein Nobel dieſes Werkzeuge in dar vortreflichen Samlung des verehrungsmärdis gen Herin Grafen von Podewils au Guſow

vorhanden iſt. Der Erfinder iſt ein Mann

‚son fa ſeltenen Gaben und fo groſſen Vers dlenſten gewefen; daß folgende Nachricht von feinem teben und feinen Schickfalen vermuth⸗

be eielen angenehm fern wird. Sie ift von

Wiöller, : Profeflor am Joachimſchen Brumafiim. in Bein giant. ‚und mie von

B a

22 2. Odometer, Wegmieſſer.

von dem Hrn. Doctor Bloch in Berlin mu⸗ getheilt worden. er, H o·)ohlfeld war 1711 zu Hennerndorf im Saͤchſiſchen Gebuͤrge gebohren. Seine Aeltern waren gemeine Leute. Gr erlernte in Drefden das Pofamentir⸗Handwerk und fo damals aͤuſſerte ſich fein Trieb zur Mechanit duch Verfertigung allerley Uhren.Von Drefden kam er als Poſamentir⸗Geſell nach "Berlin. Weit er ein beſonders gater Arbei⸗ ‚ter war, und alferiey. Maßchinen zu Abtur⸗ ‘zung der Arbeit erfand, Yo blieh Tom Zeit ge⸗ ug übrig, ſeikem Hang zum Mechanu· fa folgen, und er verfettigte auch ber, nebenr feiner Berufsarbeit, Windbuͤchſen und Uhren.

Inm Jahre 1748 ward er mit dem be⸗ ruͤhmten Her: Sulzer bekant, und dieſer ver⸗ aniaſſete Bald hernach die Erfindung der Mas Fine, die Spielnoten vom Clavire Abzus N "zeichnen, oder Des Notenſetzero, den Hr von Unger juerft erfunden, Zohlfeld aber, nach diner ſehr unvollftändigen Nachricht, nach

feinen eigenen Ideen zu ‚Stande brachte.

Dieſe Mafchine deſitzt gegenwärtig. bie Aka⸗

demie dee Wiſſenſch. in: Berlin. Hr. Sulzet

oat eine Zeichnung davon gegeben, wornach

fie vor kurzem in England. nachgemacht iſt. Dieſe ſinteiche Mafchine fand den. Beyfal * * ee

. 2: Obomieter,; Wagmeſſen. 98

ter Renner; ob ihr gleich. zur uͤufferſten Voll⸗ - Tommenpeit noch verſchiedenes ‚fehlt; aber

wiemand fand fich, der dem Künftler dafür die Muͤhe und Koſten erftatten wolte.-

"3

Als im Jahre 1765 der jetige Herjog, damals Erbprinz von Eutland, "fi eine Zeit: _ Lang. in Berlin aufbielt, ſuchte dieſer Prinz dem Vohlfeld, wis Anpiergung eines Geban⸗ J 4

uuwen .

von

2 Moometei erraer

Yon goo Retchtthal math Qurland · u zichenz aber der begnuͤgſanes und ſeinem Freunden cup gobene · Mann. role aus ‚Bioffem, Eigennutz nicht Berlin venlaffen;: inzifchen honte dieſe⸗ die Folge, daß er Damals ein Gehalt von 159 Vak: vom 'Könarererhielt. - 9 4N run

xFglangte geun ausipichen; anderer, ſolcher ges Fingern. —— ‚nicht gedenken .. Alle Maſchinen ihm vorlamen, werk änderte und nugefttze ei nf Die fa 2 Ze u eiſe.

2 Odometor Koegmiffer, %

Weifer ‚Me fire Werkzeuge: virfrtigee se felbft; guch beſſerte er fie Akon, wenn fie

ſchadhaft geworden waren. Beil ihn aber

die Erfindung mehr als die Ausarbeitung welßte,. fo flickte: er Dte-Bachen nur fo bin; daß niemand ais er ſelbſt · davon Gehrau machen Tonse,.. doch wurden verſchiedene ferien Verr deſſerungen non den gewoͤhnlichen Handwers Try anf eine Dauerhaftene Weiſe nachgemacht. Es verdient angemprft zu werden doß er auf nichts ſtudirte, ſondern wenn fein Geiſt ger ‚tige: ward, ſo ſtellete ſich gemteiniglich. auf einmal die ganze Erfindung dar; :er uͤberſab

wait einem - Blick Aufgabe und Anfisfung, -

Chen fo ſchnell erfante er auch ob bey-einer: Sache etwas heraus kommen würde; und. war das nicht, ſo ließ er ſich Durch Feine Be⸗

f Chimäven verfiel ee nie,. nicht. nach den

Bes nicht durch Belobnungen darauf din, . 3

eiſe gemeiner Kuͤnſtler, Die weder Cryier hung noch Unterticht gehabt haben. Man .; koͤnte zwar fagen , dem Umgange; ‚den Gobke '

feld mit groſſen Dbitofopben und: Mathema⸗ uilern Be Hat, ſey es vorzüglich zuzuſchret⸗ den; daß er nicht auf ſolche Ausſchweifungen gefallen; aher ich glaube, er würdefich auch ahng diefen Vortheil dawider · verwabet haben,

in ſchneller Blick, der ihn-in der Mecha⸗

ME leitete, zeigte ich, in allen Dingen; man

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boͤrte von ihm überall gefiunbe.ynd.eigehe Lks ; 3 Ds cheile.

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a. Odometen/ Wegmeſſer.

heile, ſo: daß man ohne uebertreibung ſagen Tan, ihm ſey pbiloſophiſche Denkungsart an: =

gebohren wotden.

gbas die moraliſche Seire diefes Mandes betrift, ſo unterſchied er ſich auch da von an⸗ dern feines gleichen. Obſchon er die Se⸗ wohnheiten feiries Geſellenſtander nicht gang

„abgelegt hatte, fo machte doch fein ſanſtes und beſcheidenes Weſen, daß ihn jedermann geru

am ſich hatte; und ſich mir ihm abgab. Voll

Güte war feine Seele, undfein Leben ordenr

Uch und mäßig. Da er alle Tage ben guten - Tafeln willkommen war, fo blieb er doch mehr; . malen aus Geſchmack zu Haufe, hohlte fig Eßwaaren, kochte ſie ſelbſt ben feinem Loͤtofen

und war bey dieſer Mahljzeit ‘fo vergnägt, als Eurius bey feinen Rüben. In einer Stadt

"no alles fich zu einer fetten. Suppe drängt,

war diefeg eine nicht